Brutaler Übergriff beim CSD Augsburg: Verdächtige sind zwischen 12 und 17 Jahre alt

Polizei konnte drei weitere Verdächtige identifizieren

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Nach dem CSD in Augsburg Mitte Juni erschütterte ein queerfeindlicher Vorfall die 295.000 Einwohner zählende Stadt: Eine “größere Gruppe Jungs” hat mehrere Teilnehmer:innen bedrängt und ihre Regenbogenfahnen zerstört. Zwei von ihnen wurden von den Burschen verprügelt und gegen den Kopf getreten. Nun hat die Polizei neun Tatverdächtige ausfindig gemacht– der jüngste von ihnen ist erst 12 Jahre alt. 

Bei Hausdurchsuchungen konnten wertvolle Hinweise sichergestellt werden

Wie die Augsburger Polizei jetzt mitgeteilt hat, wurden am Donnerstag in den frühen Morgenstunden die Wohnungen von sechs Tatverdächtigen durchsucht. Dabei seien Beweismittel sichergestellt worden und drei weitere, bis dahin noch unbekannte Verdächtige, identifiziert werden. Mittlerweile konnte die Augsburger Polizei acht der neun mutmaßlichen Schläger identifizieren. 

Dabei handelt es sich unter anderem um zwei Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren, zwei 15-Jährige sowie drei Kinder im Alter von 13 Jahren und ein 12-jähriges Kind. Nun ermittelt der Staatsschutz der Kriminalpolizei Augsburg wegen des Verdachts der Volksverhetzung und der gefährlichen Körperverletzung. 

Einer der Tatverdächtigen sitzt bereits im Gefängnis

Gegen den 17-Jährigen hat das Amtsgericht Augsburg am Donnerstag einen Haftbefehl wegen Fluchtgefahr erlassen: Der Jugendliche war bei den Hausdurchsuchungen nicht aufgefunden worden, stellte sich aber im Laufe des Tages selbst der Polizei. Gegen Auflagen wurde der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt. 

Im Gefängnis bleiben muss hingegen der 16-Jährige, der ebenfalls bei dem Angriff dabei gewesen sein soll. Er befand sich bereits wegen eines anderen Haftbefehls in einer Justizvollzugsanstalt.  

Die Burschen traten auf ihre Opfer ein, als diese am Boden lagen

Der Angriff auf die Teilnehmer:innen des CSD Augsburg hatte sich am 18. Juni nach der Parade beim Kulturbiergarten ereignet: Wie die Veranstalter des CSD mitteilten, wurden sie von der Jugendbande bedrängt, ihre Regenbogenflaggen wurden entwendet und zerrissen. 

Ein 16-Jähriger und eine 19-Jährige, die die Gruppe auf ihr Verhalten angesprochen hatte, wurden von den Burschen zunächst beleidigt und dann verprügelt. Dabei wurden sie unter anderem gegen den Kopf getreten, als sie schon am Boden lagen. Sie mussten danach ambulant in der Augsburger Uniklinik behandelt werden. 

Bereits vor dem Angriff hatte die Bande am Rande des CSD ihre Ablehnung queerer Menschen mit lauten LGBTI-feindlichen Äußerungen und Provokationen zum Ausduck gebracht, so die Augsburger Polizei weiter. Nähere Informationen den tatverdächtigen Kindern und Jugendlichen gibt es derzeit nicht.