Affenpocken: WHO empfiehlt promiskuren Schwulen weniger Sex

"Vorsicht kann sie und ihre Community schützen"

WHO-Zentrale
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Fast 19.000 Menschen aus 78 Ländern haben sich seit Mai mit dem Affenpocken-Virus angesteckt. Davon sind 98 Prozent der Fälle bei Männern aufgetreten, die Sex mit anderen Männern. Nun empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schwulen und bisexuellen Männern, weniger Sex mit wechselnden Partnern zu haben. Denn die Impfung alleine würde den Affenpocken-Ausbruch nicht beenden, ist sich die WHO sicher.

„Sichere Entscheidungen für sich selbst und andere“

Risikogruppen sollten Schutzmaßnahmen ergreifen, empfiehlt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus: „Das bedeutet, sichere Entscheidungen für sich selbst und andere zu treffen, für Männer, die Sex mit Männern haben. Das schließt, für den Moment, die Reduzierung der Zahl der Sexpartner ein.“

Ähnlich hatte sich bereits am Dienstag Hans Henri P. Kluge, Regionaldirektor der WHO für Europa, geäußert. „Erwägen Sie, im Moment Ihre Sexualpartner und Interaktionen einzuschränken“, so Kluge in einer Stellungnahme an promiskur lebende schwule und bisexuelle Männer. „Dies mag eine harte Botschaft sein, aber Vorsicht kann Sie und Ihre breitere Community schützen“, fügt der Regionaldirektor hinzu.

Affenpocken: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Denn: „Während die Impfung für manche Menschen mit höheren Ansteckungsrisiken verfügbar sein kann, ist sie keine Wunderwaffe, und wir bitten Sie, vorerst Maßnahmen zu ergreifen, die das Risiko minimieren.“ Das liegt auch daran, dass der Impfstoff derzeit nur sehr begrenzt verfügbar ist.

Affenpocken für die WHO eine „Notlage von internationaler Tragweite“

Die WHO hatte die Affenpocken am Wochenende zu einer „Notlage von internationaler Tragweite“ erklärt. Es gebe ein „klares Risiko“ einer weiteren internationalen Ausbreitung, so die Begründung der Entscheidung. Derzeit werde allerdings nur in Europa das Risiko einer Ansteckung als hoch bewertet, so der WHO-Chef.

Bei den Affenpocken handelt es sich um eine weniger gefährliche Verwandte der seit etwa 40 Jahren ausgerotteten Menschen-Pocken. Sie treten üblicherweise in West- und Zentralafrika auf. Zu den typischen Symptomen der Krankheit gehören hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten und stark ansteckende Pusteln, in der aktuellen Welle oft im Genitalbereich. Übertragen wird die Krankheit durch engen Körper- und Hautkontakt.