Mittwoch, 29. Mai 2024
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[Update] Zweiter Affenpocken-Todesfall in Spanien bestätigt

Bereits gestern ist ein Mann an den Folgen einer Affenpocken-Infektion gestorben

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Das spanische Gesundheitsministerium hat heute, Samstag, den zweiten Todesfall im Zusammenhang mit einer Affenpocken-Infektion bestätigt. Das meldet der Spanische Rundfunk RTVE .

Erst gestern wurde der erste Todesfall aus Valencia gemeldet

Gestern, Freitag, wurde der erste Todesfall aus der Autonomen Gemeinschaft Valencia gemeldet. Der heutige Todesfall kommt aus Andalusien. In beiden Fällen wurde der Tod durch eine mit der Affenpocken-Infektion verbundenen Enzephalitis verursacht. Den Gesundheitsbehörden zufolge handelt es sich bei beiden Toten um „junge Männer“.

Die entsprechenden Stellen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Europäischen Union seien bereits informiert worden, so das spanische Gesundheitsministerium. Bis Freitag wurden in Spanien 4.298 bestätigte Affenpocken-Fälle registriert. Damit ist es das am stärksten betroffene Land in Europa. Besonders betroffen sind die Provinzen Madrid und Katalonien mit der Hauptstadt Barcelona. 

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Betroffen sind nach wie vor meistens Männer, die Sex mit Männern haben

Den Daten des spanischen Gesundheitsministeriums zufolge haben sich bis jetzt nur 64 Frauen angesteckt – mehr als 4.200 Affenpocken-Infektionen betreffen Männer. Etwa 3.500 der betroffenen Männer haben Sex mit Männern. Das ergibt für Spanien einen Wert von 83,3 Prozent – während die WHO noch immer 98 Prozent der Infizierten in dieser Gruppe meldet.

Die Infizierten haben ein Durchschnittsalter von 37 Jahren, mit einer Spanne von 10 Monaten bis 88 Jahren. Bei 82,1 Prozent der untersuchten Fälle erfolgte die Infektion wahrscheinlich durch Geschlechtsverkehr, bei 10,5 Prozent durch engen nicht-sexuellen Kontakt. 3,2 Prozent der Betroffenen mussten im Krankenhaus behandelt werden. 

Das spanische Gesundheitsministerium betont, das Spanien noch immer „eines der am stärksten betroffenen Länder weltweit“ sei. Die Zahl der Infektionen steige noch immer an. Im übrigen Europa wurden seit Beginn des Ausbruchs im Mai mehr als 10.000 bestätigte Fälle gemeldet, vor allem in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, den Niederlanden und Portugal.

Auch Brasilien hat seinen ersten Affenpocken-Todesfall gemeldet

Ebenfalls am Freitag meldeten die brasilianischen Behörden einen ersten Affenpocken-Todesfall in ihrem Land. Dabei handelte es sich um einen 41-Jährigen, dessen Immunsystem durch eine Krebsbehandlung geschwächt war. Am vergangenen Mittwoch verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Afrika fünf weitere Verstorbene. Damit sind bis jetzt sieben Menschen bei diesem Ausbruch der Affenpocken gestorben.

Am 23. Juli hatte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus den Ausbruch zu einem Internationalen Notfall für die öffentliche Gesundheit erklärt. Männern, die Sex mit verschiedenen Männern haben, empfahl er als Vorsichtsmaßnahme, die Zahl der Sexpartner zu reduzieren. Das führte zu einem Aufschrei der LGBTI-Community.