Noch diese Woche mehr Affenpocken-Impfstoff für Österreich

Doch die Menge reicht nicht, um alle zu impfen, die es brauchen

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Vor einigen Tagen hat die HOSI Wien das mangelnde Engagement des Gesundheitsministeriums im Kampf gegen die Affenpocken kritisiert – nun geht das Ministerium in die Offensive: Noch diese Woche werde weiterer Impfstoff geliefert. Doch für Risikogruppen, die keinen direkten Kontakt mit Infizierten hatten, gibt es noch länger keine Impfung.

2.000 weitere Impfdosen erwartet – damit ist das EU-Kontingent ausgeschöpft

So wird diese Woche eine weitere Lieferung mit 2.000 Impfdosen diese Woche in Österreich erwartet. Zuvor waren bereits 2.300 Dosen des Impfstoffs geliefert worden. Damit wäre das über die EU bestellte Kontingent von 2.340 Impfdosen ausgeschöpft. Zum Vergleich: In Berlin stehen in einer ersten Phase 8.000 Affenpocken-Impfungen zur Verfügung. 

Grund für den Unterschied: Da der Affenpocken-Impfstoff derzeit auf dem Weltmarkt knapp ist, hat sich das Gesundheitsministerium auf die gemeinsame Beschaffung über die Europäische Union konzentriert. Deutschland habe sich selbständig 100.000 zusätzliche Impfdosen beschafft, kritisiert die HOSI Wien das Ministerium.

Ministerium will mehr Impfstoff gegen Affenpocken besorgen

Eine Kritik, die angekommen zu sein scheint: „Wir setzen uns gleichzeitig intensiv dafür ein, bald mehr Impfstoff in Österreich zur Verfügung zu haben“, so Gesundheitsminister Johannes Rauch von den Grünen. Allerdings könnte es noch mehrere Monate dauern, bis Männer, die Sex mit Männern haben, durchgeimpft werden können.

„Mit dem vorhandenen Impfstoff können wir aktuell jene impfen, die aufgrund eines direkten Kontakts mit dem Virus besonders gefährdet sind“, so Rauch. Das betrifft Personen, die engen körperlichen Kontakt mit einer erkrankten Person hatten sowie spezielles Laborpersonal, das mit Affenpocken-Viren arbeitet. 

Rauch ruft zur Vorsicht auf

Der Gesundheitsminister ersucht deshalb „Männer, die häufig wechselnde männliche Sexualpartner haben, zu einer besonderen Vorsicht! Informieren Sie sich, wie man sich gegen Affenpocken schützen kann und informieren Sie auch Ihren Bekanntenkreis.“

Im Gesundheitsministerium vertraut man außerdem auf die Wirksamkeit der dort gesetzten Maßnahmen. So konnten nach dem Auftreten der ersten Affenpocken-Fälle „rasch organisatorische Maßnahmen gesetzt werden, um die Krankheit einzudämmen“ – wie etwa eine Meldepflicht und das damit verbundene Contact Tracing.