Homophober Prediger in Zürich zu 15.200 Franken Geldstrafe verurteilt

„Diese Ansichten sind im Jahr 2022 definitiv aus der Zeit gefallen“, so der Richter.

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In Zürich ist ein selbsternannter Prediger am Freitag unter anderem wegen dem Aufruf zu Hass schuldig gesprochen worden: Der 63-Jährige hatte auf der noblen Bahnhofstraße gegen Homosexuelle gehetzt – bis Passant:innen die Polizei alarmierten. Das berichtet die Boulevardzeitung Blick .

Homosexuelle Liebe sei lediglich „böse Lust“ und „schändliche Begierde“

Bereits seit 1983 predigt der Mann zu Passanten. Mit seiner „Bußpredigt“ an einem Samstagnachmittag im Juni 2021 dürfte er es aber übertrieben haben: Homosexualität sei eine Sünde, gleichgeschlechtliche Liebe lediglich „böse Lust“ und „schändliche Begierde“.

Damit habe er Homosexuelle herabgesetzt und diskriminiert, so das Gericht. Grundlage dafür ist das neue Schweizer Diskriminierungsrecht, das 2020 in einer Volksabstimmung akzeptiert wurde.

Er habe nur aus der Bibel zitiert, verteidigte sich der Prediger

Vor dem Bezirksgericht Zürich argumentierte der christliche Fundamentalist, er habe nur aus der Bibel zitiert. Dem widersprach der Richter in der Urteilsbegründung auch nicht – nur seien diese in den „Bußpredigten“ buchstabengetreu und fundamentalistisch interpretiert worden, um Homosexuelle herabzusetzen.

„Diese Ansichten sind im Jahr 2022 in Mitteleuropa definitiv aus der Zeit gefallen“, so der Richter. Er verurteilte den 63-Jährigen wegen Diskriminierung und dem Aufruf zu Hass – und wegen Verhinderung einer Amtshandlung: Als ihn die Polizei kontrollieren wollte, rannte er davon.

Die Strafe beruft sich auf 95 Tagsätze zu je 160 Franken. Außerdem muss der 63-Jährige die Gerichtskosten zahlen. Ein mildes Urteil – forderte die Staatsanwaltschaft doch acht Monate bedingte Haft und eine bedingte Geldstrafe. Die Strafe stört den 63-Jährigen nicht. Für Jesus gebe er gerne sein ganzes Hab und Gut, so der selbsternannte Prediger in salbungsvollem Ton.