Hund steckt sich bei seinen Herrchen mit Affenpocken an

Französische Forscher weisen erstmals Übertragung nach

Symbolbild: Affenpocken
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In Frankreich ist zum ersten Mal der Affenpocken-Virus bei einem Hund nachgewiesen worden – nachdem sich ihre beiden Herrchen mit der Krankheit angesteckt hatten. Das berichten französische Wissenschaftler im Fachjournal The Lancet

Zuerst infizierten sich die beiden Herrchen mit dem Affenpocken-Virus

Wie das Team um die Infektiologin Sophie Seang berichtet, hat ein schwules Paar, das in einer nicht-monogamen Beziehung lebt, im Juni 2022 das Spital Pitié-Salpêtrière in Paris aufgesucht. Beide hatten sechs Tage, nachdem sie außerhalb ihrer Beziehung Sex hatten, an sich die für Affenpocken typischen Pusteln entdeckt. 

Affenpocken: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Ein PCR-Test bestätigte schließlich, dass sie sich mit Affenpocken infiziert hatten. Wie die DNA-Sequenzierung der Proben zeigte, hatten sich die beiden Männer mit unterschiedlichen Erregersträngten infiziert. 

Nach zwölf Tagen hatte auch der Hund der beiden Männer Affenpocken-Symptome

Zwölf Tage nach dem Auftreten der ersten Symptome stellten die beiden Männer auch bei ihrem Hund, einem Italienischen Windspiel, unter anderem am Bauch und am After die typischen Pusteln fest. Er wurde daraufhin ebenfalls auf Affenpocken getestet – der Test verlief positiv. 

Weitere Untersuchungen ergaben, dass er mit der gleichen Affenpocken-Variante wie eines seiner Herrchen infiziert war. Das Paar gab an, gemeinsam mit ihrem Hund im Bett zu schlafen. Seit dem Auftreten der Symptome bei sich hätten sie darauf geachtet, dass ihr Hund nicht mit anderen Haustieren oder Menschen in Kontakt kam. 

Gesundheitsbehörde empfiehlt: Quarantäne auch für Haustiere

Das Team um Seang vermutet, dass sich das Affenpockenvirus vom Menschen auf den Hund übertragen hatte. Es sei davon auszugehen, dass es sich um “eine echte Hundekrankheit handelt und nicht um eine einfache Übertragung des Virus durch engen Kontakt mit Menschen oder durch die Luft”, heißt es weiter. 

In den USA empfiehlt die Gesundheitsbehörde CDC bereits, die Haustiere von Menschen, die an  Affenpocken erkrankt sind, ebenfalls zu isolieren. In Deutschland empfiehlt das Robert Koch-Institut ebenfalls, bei einer Infektion Abstand zu Tieren zu halten.