Wien startet Affenpocken-Schutzimpfung

Ab 19. September soll trotzdem geimpft werden können

Symbolbild: Affenpocken
Sujetbild - Adobe Stock

Gut zwei Wochen später als ursprünglich geplant will nun auch die Stadt Wien mit Schutzimpfungen gegen Affenpocken starten: Am 19. September soll es losgehen. Ab heute kann man sich für die Impfung vormerken lassen – doch es gibt noch immer zu wenig Impfstoff.

Nur 166 Impfdosen dürfen für Schutzimpfungen verwendet werden

Denn von den 2.340 Affenpocken-Impfdosen, die es in Österreich derzeit gibt, bekommt Wien gemäß der Zahl seiner Bevölkerung davon 21,5 Prozent. Eine Spende von Bundesländern, die von den Affenpocken nicht so stark betroffen sind, ist nicht vorgesehen. Das ist etwa in Deutschland geschehen, um Berlin besser zu versorgen.

Von diesen 503 Dosen mit Impfstoff dürfen nach einem Erlass des Gesundheitsministeriums nur ein Drittel für vorbeugende Schutzimpfungen gegen Affenpocken verwendet werden, also 166. 

Weniger Impfstoff: Gut 400 Menschen sollen geimpft werden können

Allerdings hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA festgelegt, dass für eine Schutzimpfung, die unter die Haut geritzt wird, ein Fünftel der vorgesehenen Dosis reicht. Damit wären es 830 „Portionen“, die für Schutzimpfungen derzeit zur Verfügung stehen. Nachschub soll allerdings bis Jahresende kommen.

Da für die vollständige Immunisierung allerdings zwei Impfdosen im Abstand von 28 Tagen notwendig sind, rechnet die Stadt Wien damit, 400 Menschen impfen zu können. Für Personen, die vor 1981 gegen Pocken geimpft wurden, reicht eine Impfung.

Nur für Menschen, die in Wien ihren Lebensmittelpunkt haben

Zur Zielgruppe dieser Impfung gehören neben Labor- und Gesundheitspersonal, das mit dem Affenpocken-Virus zu tun hat, vor allem schwule und bisexuelle Männer, die Sex mit mehreren anderen Männern haben.

Weil so wenig Impfstoff zur Verfügung steht, will die Stadt Wien die Schutzimpfung gegen Affenpocken deshalb nur Personen zugänglich machen, die ihren Lebensmittelpunkt in Wien haben. Sie können sich ab sofort online unter impfservice.wien/affenpocken oder telefonisch für die Impfung vormerken lassen.

Theoretisch kann man sich ab heute für die Affenpocken-Impfung vormerken lassen

Dazu muss man sich mit seinem Stadt-Wien-Account unter impfservice.wien/affenpocken einloggen, dann wird man auf die entsprechende Übersichtsseite weitergeleitet. Nach der Vormerkung kann man einen fiktiven Terminvorschlag „buchen“, den man per SMS oder E-Mail bestätigt bekommt.

Affenpocken: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Doch um wirklich zur Impfung zu kommen, muss man danach im Impfportal bei den Personendaten im Feld „Zugehörigkeit“ das Feld „Affenpocken-Impfung Vormerkung“ ausfüllen. Unter „Diagnose/Bereich“ muss man bestätigen. Angehorige:r einer entsprechenden Risikogruppe zu sein.

Vormerkung in zwei Schritten – wenn die Homepage funktioniert

Nach dem Speichern der Daten ist die Vormerkung abgeschlossen – wirklich freigeschaltet werden die Termine am 14. September. Dann bekommen alle Personen der Zielgruppe, die bis dahin vollständig vorgemerkt sind, automatisch eine Erinnerung. Dann können die Termine auch wirklich gebucht werden.

Ein technischer Bug, der am Freitag eine Anmeldung verhinderte, wurde mittlerweile behoben. Alternativ ist eine Vormerkung über die Gesundheits-Hotline 1450 möglich.