16-Jähriger attackiert trans Frau mit Pflasterstein

Polizei konnte den Angreifer festnehmen

Sujetbild: Blaulicht eines Polizeiautos
Sujetbild - Adobe Stock

Wieder wurde ein Fall von Gewalt gegen eine trans Person bekannt: Im Berliner Stadtteil Friedrichsfelde ist eine 49 Jahre alte trans Frau am Samstagnachmittag beleidigt und mit einem Stein beworfen worden. Der 16jJährige Angreifer konnte von der Polizei festgenommen werden. 

Der Jugendliche hat die 49-Jährige schon in der Vergangenheit bedroht

Der Vorfall ereignete sich gegen 14.00 Uhr in einem Frisiersalon in der Seddiner Straße: Der Jugendliche betrat den Salon, angeblich um sich bei der trans Frau zu entschuldigen, die er bereits mehrere Male beleidigt und bedroht hatte. Die 49-Jährige hatte schon mehrmals Anzeigen erstattet, die auch vom Polizeilichen Staatsschutz bearbeitet wurden.

Doch so ernst scheint die Reue des Jugendlichen nicht gewesen zu sein: Als die Frau den Burschen aufforderte, das Geschäft zu verlassen, soll der 16-Jährige sie erneut transfeindlich beleidigt und in ihre Richtung geschlagen haben. Er verfehlte sein Ziel allerdings, weil die Frau rechtzeitig auswich. Die Angegriffene drohte, die Polizei zu rufen, was den Burschen zum Verlassen des Frisiersalons bewegte.

Plötzlich holte der 16-Jährige einen Pflasterstein aus der Tasche

Kurz darauf soll der Jugendliche allerdings einen Pflasterstein aus seiner Kleidung genommen und in Richtung der Frau geworfen haben. Der Stein traf die Eingangstüre des Friseursalons und beschädigte diese. Die trans Frau blieb körperlich unverletzt, weil sie sich rechtzeitig zurück in den Salon flüchten konnte.

Die Polizei konnte den 16-Jährigen noch am Tatort festnehmen. Sie brachten ihn zur Identifizierung in einen Polizeigewahrsam. Nach Abschluss der Maßnahmen wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen wegen Beleidigung und versuchter gefährlicher Körperverletzung dauern an, sie werden vom Polizeilichen Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin geführt. 

Hasskriminalität gegen trans Menschen im Fokus

Es ist der dritte schwere Fall von Hasskriminalität gegen trans Personen innerhalb weniger Wochen: Ende August wurde nach dem CSD in Münster der 25 Jahre alte trans Mann Malte C. von einem amtsbekannten 20 Jahre alten Tschetschenen verprügelt – dabei erlitt er so schwere Verletzungen, dass er wenige Tage danach starb.

Eine Woche später wurde eine 57 Jahre alte trans Frau in Bremen von einer Gruppe Jugendlicher in einer Straßenbahn drangsaliert und mit Fäusten ins Gesicht geschlagen. Hier dauert die Suche nach den Angreifern noch an – die Polizei verzichtet in diesem Fall auf eine Öffentlichkeitsfahndung.