Zahl der Affenpocken-Infektionen in Deutschland geht stark zurück

Symbolbild: Affenpocken
Sujetbild - Adobe Stock

Die Zahl der Affenpocken-Infektionen in Deutschland geht weiter zurück: Nachdem im Juli bis zu 400 Fälle pro Woche gemeldet wurden, waren es in letzten Meldewoche nur mehr 30 Fälle. Das geht aus der Datenbank des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Nachmeldungen könnten das Bild allerdings wieder etwas verändern.

Die Inkubationszeit dürfte zum Teil unter drei Tagen liegen

Dafür dürfte die Inkubationszeit bei einem Teil der Betroffenen kürzer sein als bis jetzt angenommen: Wie aus einer Untersuchung des RKI über die in Deutschland erfassten Fälle hervorgeht, beträgt diese zum Teil nur ein bis drei Tage. Das entspricht auch den Erkenntnissen einer aktuellen Studie aus Spanien. 

In der Literatur wird bei Affenpocken von einer Inkubationszeit von bis zu 21 Tagen ausgegangen. Die Forscher vermuten, die deutlich kürzere Inkubationszeit könnte vom Übertragungsweg abhängen. Bei der aktuellen Affenpocken-Welle erfolgt diese vor allem durch engen Körperkontakt.

Mehr als 3.500 Affenpocken-Fälle in Deutschland

Eine kürzere Inkubationszeit solle dem RKI zufolge auch bei der Impfstrategie miteinbezogen werden. Denn diese könnte die Wirksamkeit der Impfung nach einem bestätigten Fall, als Post-Expositionsprophylaxe (PEP), einschränken. Diese sollte wenn möglich bis zu 14 Tage nach dem Kontakt erfolgen.

Deutschland gehört zu den Ländern in Europa mit den meisten Affenpocken-Fällen. Mit mehr als 3.500 Fällen liegt unser Nachbarland bei der Zahl der aktuellen Infektionen in der EU hinter Spanien und Frankreich auf Platz 3. In Österreich wurden bis jetzt 280 Infektionsfälle gemeldet. Bereits vor einigen Wochen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldet, dass sie ein Ende der Affenpocken in Europa für möglich hält.