„No Gays“: Regenbogen-Zebrastreifen in Wels beschmiert

Nach fünf Tagen erster Vandalenakt bei den Fußgängerübergang

Regenbogen-Zebrastreifen
Symbolbild - Stadt Wien/PID

Erst am Samstag ist in der oberösterreichischen Bezirksmetropole Wels der erste Regenbogen-Zebrastreifen eingeweiht worden – und schon wurde er mit LGBT-feindlichen Parolen beschmiert. Eine Aktion, die sogar die Stadt-FPÖ, eigentlich Gegnerin des bunten Fußgängerübergangs, verurteilt.

Die Welser Stadtverwaltung reagierte schnell

Wie das Lokalmagazin Tips  berichtet, wurde der Regenbogen-Zebrastreifen vor dem Ledererturm gestern, Mittwoch, in den späten Abendstunden von Unbekannten mit Parolen wie „No Gays“ oder „Scheiss Schwuchtel“ beschmiert.

Die Welser Stadtverwaltung reagierte schnell: Bereits in den frühen Morgenstunden wurden die Hassbotschaften von Mitarbeitern des Magistrats entfernt. „Wir werden alles dafür tun, dass dieser Vorfall umfassend aufgeklärt wird. Aber allen, die dahinterstecken, muss klar sein: Die breite Mehrheit unserer Stadt steht für Offenheit und gleiche Rechte – sie werden mit solchen widerlichen Aktionen nicht durchkommen!“, betont Verkehrsreferent Stefan Ganzert von der SPÖ, der den Regenbogen-Zebrastreifen beauftragt hat.

FPÖ-Vizebürgermeister will Vandalen zur Kasse bitten

Und auch Gerhard Kroiß, FPÖ-Vizebürgermeister, Sicherheitsreferent der Stadt und eigentlich ein Gegner des Regenbogen-Zebrastreifens, stellt klar: „Vandalismus hat in Wels keinen Platz! Solche hirnlosen Schmieraktionen sind nicht zu tolerieren! Neben einer strafrechtlichen Verurteilung sind auch die Kosten für die Reinigung zu bezahlen.“

Der Regenbogen-Zebrastreifen in Wels wurde am Samstag auf Weisung von Ganzert aufgemalt. Zuvor hatte es im Gemeinderat der FPÖ-regierten Stadt eine hitzige Diskussion darüber gegeben – die mit einem Remis von 18:18 Stimmen endete. Die FPÖ-Mandatare und der Gemeinderat der impfkritischen Partei MFG stimmten Gegen den bunten Zebrastreifen, SPÖ, ÖVP, Grüne und Neos dafür. 

Ganzert geht allerdings davon aus, dass er eine derartige Entscheidung selbst, ohne Miteinbeziehung des Gemeinderats, treffen könne – und so strahlt just eine Woche, bevor in Wels ein Treffen rechtsnationaler Burschenschafter stattfindet, auf einem prominenten Platz der Stadt ein Regenbogen-Zebrastreifen.

Immer wieder werden Regenbogen-Zebrastreifen beschmiert

Der Fall erinnert an den Regenbogen-Zebrastreifen im obersteirischen Leoben. Er wurde im Rahmen einer Ö3-Aktion Anfang Juli beim Hauptbahnhof aufgemalt – nur fünf Tage später wurde das „Symbol der Toleranz und Vielfalt“, so Bürgermeister Kurt Wallner, mit schwarzem Lack beschmiert

In Salzburg dauerte es sogar nur einen Tag, bis ein Regenbogen-Zebrastreifen zum Opfer eines Vandalenakts wurde: Die bunten Streifen des Zebrastreifens, mit denen die Kinder der Mittelschule Liefering ein Zeichen für Toleranz setzen wollten, wurden mit schwarzer Farbe beschmiert.

SPÖ-Gleichbehandlungssprecher Mario Lindner fordert deshalb ein entschiedenes bundesweites Vorgehen gegen LGBTI-Feindlichkeit und Hass: „Wir brauchen endlich einen Nationalen Aktionsplan gegen Hass. Vandalismus wie dieser ist ein Angriff auf unsere moderne, offene Gesellschaft und darf nicht unkommentiert bleiben!“, meint er.