Fünf Jahre Ehe-Öffnung in Deutschland: Mehr als 65.000 Paare sagten Ja

Erfolgreiche Bilanz nach einem halben Jahrzehnt

Symbolbild: Gleichgeschlechtliche Ehe
Adobe Stock

Seit 1. Oktober 2017 können schwule und lesbische Paare in Deutschland heiraten. Und das haben sie zahlreich getan: Insgesamt haben sich seitdem 65.600 gleichgeschlechtliche Paare das Ja-Wort gegeben, teilt das statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mit.

Mehr Frauen als Männer gaben sich das Ja-Wort

Dabei waren Frauen etwas heiratsfreudiger als Männer: Bis Ende 2021 gab es gut 32.300 Eheschließungen zwischen zwei Männern und knapp 33.300 Ehen zwischen zwei Frauen. Ohne Umwandlungen eingetragener Lebenspartnerschaften in Ehen waren es bis zum Ende des Vorjahres insgesamt 36.800 gleichgeschlechtliche Eheschließungen. 

Doch auch bei gleichgeschlechtlichen Ehen gibt es einen deutlichen Corona-Knick: Gab es 2019 noch insgesamt 14.021 schwule oder lesbische Eheschließungen, fiel diese Zahl im Vorjahr auf 8.710.

Deutlicher Corona-Knick dämpft die Erfolgsbilanz

Allein zwischen 2020 und 2021 ist die Zahl der Ehen zwischen Personen gleichen Geschlechts um 12,4 Prozent gesunken. Auch letztes Jahr waren Frauenpaare mit 4.600 Eheschließungen heiratsfreudiger als Männerpaare mit 4.100 Ehen. Der Rückgang bei gleichgeschlechtlichen Eheschließungen ist deutlicher als unter heterosexuellen Ehepaaren. Dort heirateten letztes Jahr nur 3,9 Prozent weniger Paare als im Jahr zuvor.

Das Gesetz zur Öffnung der Ehe wurde am 30. Juni 2017 vom Deutschen Bundestag beschlossen und trat am 1. Oktober desselben Jahres in Kraft. Zwischen 2001 und der Öffnung der Ehe 2017 hatten schwule und lesbische Paare nur die Möglichkeit, eine eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen. Diese beinhaltet weniger Rechte als eine Ehe, aber praktisch alle Pflichten. Die Umwandlung in eine Ehe ist kostenlos.