Stadt Wien verzichtet auf leistungsfähiges Testsystem für Affenpocken

Landessanitätsdirektorin spielt den Ball an die Ärzte weiter

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In Wien gibt es ab sofort ein leistungsfähiges Testsystem für den Nachweis des Affenpocken-Virus – doch die Stadt Wien sieht derzeit dafür keinen Bedarf, wie der ORF Wien  berichtet.

Das Corona-Powerlabor LifeBrain hat schon vorgesorgt

„Es ist so, dass wir vorsorglich und aus Interesse schon ein Testsystem für Affenpocken etabliert haben. Wir haben sämtliche Qualitätstestungen gemacht, sämtliche Laborprozesse“, erklärte Rainer Sturma, Geschäftsführer der Firma LifeBrain, gegenüber dem ORF Wien.

Die Firma hatte bereits für den Corona-Virus ein Testsystem aufgebaut, mit dem alleine in Wien doppelt so viele PCR-Tests ausgewertet werden konnten wie in ganz Deutschland. Sollte es auch bei Affenpocken-PCR-Tests eine erhöhte Nachfrage geben, sei man bereit, so Sturma.

Die Stadt Wien ist zurückhaltend

Bei der Stadt ist man allerdings zurückhaltend, was das Angebot der Firma betrifft: „Momentan, bei den derzeitigen Fallzahlen, ist es vernünftig, dass man das doch dem behandelnden Arzt überlässt, dass ein zuverlässiger Abstrich gemacht wird, um dann auch eine gesicherte Diagnostik zu haben“, erklärt die Wiener Landessanitätsdirektorin Ursula Karnthaler dem ORF Wien.

Affenpocken: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Derzeit werden in Wien ein bis zwei Affenpocken-Fälle gemeldet. Offen ist die Dunkelziffer: Denn auf dem Absonderungsbescheid, der dem Arbeitgeber vorgelegt werden muss, steht der Grund für die Absonderung. Deshalb wird befürchtet, dass viele eine Erkrankung aus Angst vor einem Zwangsouting oder Stigmatisierung nicht melden.

Nach Informationen von GGG.at arbeitet das Gesundheitsministerium hier allerdings an einer Lösung. So könnte dem Arbeitgeber ein eigener Bescheid vorgelegt werden, auf dem der Grund für die Absonderung nicht mehr ersichtlich ist – also weder die Erkrankung, noch der Status als Erkrankte:r oder Kontaktperson.