Lucas Krzikalla: Lob fürs Coming Out – wer folgt dem Handball-Profi?

Er selbst kennt mindestens fünf schwule Handballspieler

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Positive Reaktionen für das Coming Out des deutschen Handball-Profis Lucas Krzikalla kommt aus den eigenen Reihen. „Ich finde den Schritt von Lucas sehr, sehr mutig und bemerkenswert“, so Johannes Golla, Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft der Herren.

Kapitän des Handball-Nationalteams vermutet Beispielwirkung

Krzikalla, Spielmacher beim SC DHfK Leipzig, hatte am Wochenende gegenüber deutschen Medien das erste Mal offen über seine Homosexualität gesprochen. Das könnte Beispielwirkung haben, vermutet Golla: „Das wird ein Vorteil für viele weitere Sportler über den Handball hinaus sein“, sagt er der Sport-Nachrichtenagentur SID in einem Interview.

Dass Krzikallas sexuelle Orientierung zum Problem werden können, glaubt Golla, der bei der SG Flensburg-Handewitt spielt, nicht: „Er wird in der gesamten Handball-Familie sehr viel Zuspruch bekommen. Jeder soll so sein und sich so einbringen, wie er ist. Dafür steht der Handball und auch ich persönlich“, so der 24-Jährige.

„Es wird weitere geben, die diesen Schritt gehen werden“

Golla glaubt auch, dass Krzikallas Coming Out nicht das Letzte sein wird. „Ich glaube, es wird weitere geben, die diesen Schritt gehen werden, um befreiter leben zu können und sich nicht mehr verstellen zu müssen“, sagt er. „Die Veränderung muss auch von innen kommen, aus dem Sport selbst“, meint auch Krzikalla in einem Interview mit der Welt am Sonntag.

„Ich weiß allein von fünf Handballspielern in der ersten und zweiten Liga, die es vielleicht innerhalb der Mannschaft erzählen, aber Angst haben, mit einem Coming-out ihrer Karriere zu schaden“, fügt er gegenüber dem MDR hinzu.

Er kritisiert auch die Aussagen des früheren Fußball-Nationalspielers Philipp Lahm, der Fußballern von einem Coming Out abgeraten habe: „Das finde ich total daneben. Wir Sportler sind Vorbilder für viele, wir sind es, die etwas bewegen können.“