Montag, 17. Juni 2024
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20.000 Menschen bei Demo nach Anschlag in Bratislava

Präsidentin Čaputová war bei ihrer Rede den Tränen nahe

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In der slowakischen Hauptstadt Bratislava sind am Freitagabend tausende Menschen zusammengekommen, um der Opfern des Anschlags auf die queere Bar Tepláreň zu gedenken, wo sie Blumen niederlegten. „Wir werden nicht still sein“, skandierten die Demonstrant:innen auf ihrem Weg durch das Stadtzentrum zum slowakischen Parlament. 

„Es tut mir leid, dass sich manche von euch nicht sicher fühlen können“

Die slowakische Präsidentin Zuzana Čaputová entschuldigte sich bei der Schlußkundgebung am Platz des Slowakischen Nationalaufstandes mit emotionalen Worten bei der LGBT-Community. „Es tut mir leid, dass sich manche von euch in der Slowakei nicht sicher fühlen können, unsere Gesellschaft eure Leben nicht schützen konnte“, sagte Čaputová den Tränen nahe in ihrer Rede. 

Zu den politischen Forderungen der Demonstrant:innen gehörte, dass das slowakische Parlament endlich die europäischen Normen für die Rechte sexueller Minderheiten umsetzen solle. Derzeit ist in der katholisch-konservativen Slowakei die heterosexuelle Ehe in der Verfassung geschützt, für gleichgeschlechtliche Paare gibt es keine Form der amtlichen Anerkennung ihrer Partnerschaften.

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Auch engste Freunde der Getöteten kamen zu Wort

Veranstaltet wurde die Kundgebung vom queeren Studierendenverein Light. Ihm zufolge waren 20.000 Menschen auf der Straße, um gegen Hass auf sexuelle Minderheiten zu demonstrieren und Solidarität zu zeigen. Diese trugen unter anderem Transparente mit den Vornamen der Ermordeten, Juraj und Matúš. Auch engste Freunde der Getöteten sprachen zu den Teilnehmer:innen der Kundgebung.

„Zusammen sind wir stärker, wenn wir einander mehr unterstützen und zueinanderstehen. Und vor allem sollten wir ihnen nicht das Gefühl geben, dass sie Minderheiten sind. Sie sind Menschen wie wir alle anderen auch“, sagte eine Teilnehmerin der Demondtration danach dem ORF-Radio.

Der Attentäter hatte sich über Monate radikalisiert

Juraj K., der erst 19-jährige, offenbar rechtsextreme Attentäter hatte am Mittwoch vor der Bar Tepláreň in der Altstadt von Bratislava die beiden jungen Menschen erschossen, als sie vor der Bar ihre Limonade tranken und eine Frau schwer verletzt. 

Vor der Tat hatte er in verschiedenen Social-Media-Kanälen ein 60-seitiges Manifest gepostet, in dem er über seinen Hass auf Juden und die LGBTI-Community schreibt. Slowakischen Medien zufolge gibt es Hinweise, dass der Mörder sich stark von englischsprachigen Neonazi-Foren beeinflussen hat lassen und rassistische Attentäter bewunderte.

Er wurde am Morgen nach der Tat am Donauufer tot aufgefunden, Fremdverschulden wird ausgeschlossen. Um sich für seine Tat zu verantworten war Juraj K. offenbar zu feig.