US-Basketballerin Brittney Griner bleibt in Russland in Haft

Richterin lässt Berufung gegen politisch motiviertes Urteil abblitzen

Brittney Griner
Lorie Shaull/Flickr - CC BY 2.0

Die offen lesbische US-Basketballerin Brittney Griner bleibt in Russland in Haft. Ein Gericht in Krasnogorsk in der Nähe von Moskau hat heute einen Berufungsantrag abgelehnt. Man habe sich entschieden, das im August verhängte Urteil von neun Jahren Haft “unverändert zu lassen”, so Richterin Elena Woronzowa. Das Urteil gilt als politisch motiviert.

Wegen einer kleinen Menge Cannabis-Öl wurde Griner verhaftet

Griner war im Februar, einer Woche vor der russischen Invasion in der Ukraine, bei ihrer Ankunft in Moskau festgenommen worden. Sicherheitskräfte hatten in ihrem Gepäck 0,5 Gramm Cannabis-Öl gefunden, das ihr in den USA wegen chronischer Schmerzen von ihrem Arzt verschrieben wurde. Doch auch das ist in Russland illegal. 

Im August wurde sie wegen Drogenschmuggels zu neun Jahren Haft verurteilt. Griner hatte um eine Verkürzung ihrer “traumatischen” Strafe gebeten. Doch Richterin Woronzowa erklärte, die Monate, die Griner bereits in Untersuchungshaft verbrachte hatte, seien bei dem Urteil bereits berücksichtigt worden. 

Beobachter gehen von einem politisch motiviertem Urteil aus

Internationale Beobachter werten die Inhaftierung und Verurteilung Griners als Versuch Russlands, ein mögliches Faustpfand in Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten zu haben. Dort ist die 2,05 Meter große Sportlerin sehr populär. Auch US-Präsident Joe Biden hatte nach der Verurteilung die sofortige Freilassung Griners gefordert. 

Russland soll Gerüchten zufolge mit den USA über einen Gefangenenaustausch verhandeln soll: Die 31-Jährige und der ehemalige US-Soldat Paul Whelan sollen dabei gegen den russischen Waffenhändler Viktor But ausgetauscht werden, der 2011 in New York zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.  

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte in der Vergangenheit bereits gesagt, Moskau sei „bereit, über das Thema zu sprechen“. Allerdings müsse dafür ein direkter Kommunikationskanal zwischen den Präsidenten Wladimir Putin und Biden eingehalten werden, der zwischen beiden vereinbart worden sei.