Wieder schwulenfeindliches Graffiti in Wels

„Christus heilt Homosünde“ in der Unterführung

Polizei Österreich
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Erneut sind in Wels schwulen- und lesbenfeindliche Graffitis aufgetaucht. Wie das Online-Portal MeinBezirk.at  meldet, haben Unbekannte in der Vogelweider Unterführung in riesigen Buchstaben den Schriftzug „Christus heilt Homosünde“ aufgesprüht. Empörung kommt aus allen politischen Lagern – auch aus der Stadt-FPÖ, die in Wels den Bürgermeister stellt.

FPÖ-Sicherheitsreferent: „Hirnlose schwachsinnige Aktionen“

Die Schmierereien seien „hirnlose schwachsinnige Aktionen, die aufs Schärfste zu verurteilen sind“, ärgert sich Sicherheitsreferent Gerhard Kroiß von der FPÖ. Er fordert die unbekannten Täter auf, „sich ihren Ängsten zu stellen. Homophobie ist heilbar“.

„Leider nur ein weiterer Tiefpunkt in einer seit dem Frühling andauernden Schmierkampagne“, fügt Klima- und Umweltstadtrat Thomas Rammerstorfer von den Welser Grünen hinzu. Denn bereits seit dem Frühjahr gibt es dutzende ähnliche Schmierereien in Linz, Wels und dem Umland der beiden oberösterreichischen Großstädte. 

Polizei hat noch keine heiße Spur

Der Polizei falle die Ausforschung des Unbekannten nicht leicht. „Wir nehmen auf, sammeln und bewerten die Fälle“, sagt der Welser Polizeichef Klaus Hübner dem Online-Portal. Man sei auch im engen Austausch mit den Kolleg:innen in Wels-Land und setze die Videoüberwachung in Wels. „So wird es uns hoffentlich gelingen, den oder die Täter dingfest zu machen“, hofft Hübner.

Denn die homophoben Graffitis sind nicht die ersten Schmierereien auf Kosten sexueller Minderheiten in Wels: So wurde Mitte September der erste Regenbogen-Zebrastreifen in Wels nach nur fünf Tagen von Unbekannten mit Parolen wie „No Gays“ oder „Scheiss Schwuchtel“ beschmiert.

Auch deshalb fordert der Grüne Gemeinderat Alessandro Schatzmann einen Schulterschluss der Politik, um sich schützend vor die Community zu stellen. „Die Stadt kann nicht weiter stillschweigend danebenstehen, sie muss endlich handeln“, fordert er.