Dienstag, 27. Februar 2024
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Kein Verweis auf Menschenrechte: FIFA verbietet WM-Trikots

Doch in den Fanshops geben die Fußballfans eine eindeutige Antwort

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Der Weltfußballverband FIFA hat einen Antrag der dänischen Fußball-Nationalmannschaft abgelehnt, während der WM in Katar beim Training Trikots mit der Aufschrift “Menschenrechte für alle” zu tragen. Auf eine entsprechende Anfrage hätte es eine negative Antwort gegeben, so Jakob Jensen, der Chef des dänischen Fußballverbands. 

Der dänische Verband wollte eine Vorbildrolle einnehmen

Der dänische Verband, der sich gegen die Ausrichtung der WM in Katar ausgesprochen hatte, wollte während des Turniers mit seinem Einsatz für Menschenrechte eine Vorbildrolle einnehmen. Zwei Sponsoren hatten bereits zugestimmt, zugunsten kritischer Botschaften auf ihr Logo auf den Trikots zu verzichten. 

Doch das hat die FIFA nun verboten. Das Tragen von politischen Botschaften sei im rechtlichen Handbuch des Weltverbandes untersagt, heißt es in der Begründung. Der dänische Verband bestreitet, dass es sich bei „Menschenrechte für alle“ um eine politische Botschaft handelt, wird sich aber an die Entscheidung der FIFA halten, um Geldstrafen und Sanktionen zu vermeiden. “Wir bedauern das, aber wir müssen es berücksichtigen”, so Jensen. 

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Doch Dänemark protestiert trotzdem gegen die Missstände, die die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar begleiten – wenn auch deutlich subtiler: Ausstatter Hummel entwarf für das Turnier drei abgespeckte, einfarbige Trikots in Rot, Weiß und Schwarz, auf denen weder Details noch das Logo des Herstellers zu sehen sind. Das schwarze Trikot wird von Hummel-Manager Morten Lund als “wandelndes Trauerflor” bezeichnet.

Eindeutige Botschaft an der Kasse: Das schwarze Trikot verkauft sich sehr gut

Damit soll ein Zeichen gegen die Ausbeutung von Arbeitern und die Menschenrechtsverletzungen gesetzt werden. “Wir wollen nicht sichtbar sein bei einem Turnier, das Tausende Menschen das Leben gekostet hat”, so Lund. Und Jensen fügt hinzu: “Dies ist ein weiterer Weg, um zu zeigen, dass wir einige Dinge an der Ausrichtung der Weltmeisterschaft in Katar nicht gutheißen.” 

Eine Botschaft, die gut ankommt: In Deutschland und Österreich sind die schwarzen Trikots aus Dänemark bereits jene WM-Shirts, die sich am besten verkauft haben. Auch in Frankreich und den Niederlanden gehen sie weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln – ein bitterer Beigeschmack für die FIFA.