Wieder Angriff auf das Vereinslokal der RosaLila PantherInnen

RLP-Obmann Niedermayer glaubt nicht, dass die Täter gefunden werden

RLP-Schaufenster
RosaLila PantherInnen

Wieder hat sich ein Hassverbrechen in Graz ereignet: In der Nacht von Freitag auf Samstag ist das Schaufenster der RosaLila PantherInnen (RLP) von Unbekannten zerstört worden. Es ist nicht das erste Mal, dass das Lokal der größten LGBTI-Organisation der Steiermark zum Ziel eines Vandalenaktes wurde.

Mitten in der Nacht wurde das Schaufenster eingeschlagen

Der Vorfall habe sich zwischen 21.00 und 2.00 Uhr ereignet, so die RLP. Bis 21.00 Uhr war die Jugendgruppe der RLP im Lokal in der Grazer Annenstraße, um 2.00 Uhr hat die Polizei die Anzeige wegen des zerstörten Fensters aufgenommen, erklärt Joe Niedermayer, Obmann der RosaLila PantherInnen. 

Mittlerweile soll sich ein Zeuge des Vorfalls gemeldet haben: „Wir haben in der Zwischenzeit erfahren, dass ein Zeuge um 2.00 Uhr die Täter weglaufen gesehen hat. Der Zeuge hat gemeint, es waren zwei junge Burschen. Die haben einen Kanaldeckel gegen die Scheibe geworfen und sind dann weggelaufen“, so Niedermayer gegenüber dem ORF Steiermark . Weitere Zeug:innen werden gebeten, sich unter +43/(0)316/36 66 01 oder info@homo.at direkt an den Verein zu wenden.

Zahl der queerfeindlichen Vorfälle steigt in letzter Zeit

“Vorfälle wie diese zeigen, dass queere Sichtbarkeit und Menschenrechtsarbeit für die LGBTIQ*-Community nach wie vor sehr wichtig sind”, so der RLP-Obmann weiter. Denn in den letzten Monaten habe es immer öfter Anfeindungen gegen das Lokal der RLP oder die Menschen darin gegeben, heißt es von den Aktivist:innen.

„Da werden immer öfter anonym Beleidigungen hinein geworfen, aber auch draußen, wenn jemand vor der Tür steht, beim Vorbeigehen Blicke, Worte – das häuft sich eindeutig. Wenn auf der einen Seite mehr Queere- und mehr Regenbogen-Sichtbarkeit ist, wird auf der anderen Seite auch Hass sichtbarer“, erklärt Niedermayer.

Die Schaufenster des Vereinslokals der RosaLila PantherInnen wurden schon wiederholt zerstört – beispielsweise im August 2020, als ein 32 Jahre alter Syrer das Fenster aus einem “islamistischen Motiv” eingeschlagen hat. Er hatte danach auch den Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Graz mit einem Holzprügel attackiert.

Die RosaLila PantherInnen – ein „Opfer zweiter Klasse“?

Für die Behörden scheinen die RLP allerdings ein “Opfer zweiter Klasse” gewesen zu sein, wie das Rechtskomitee Lambda (RKL) kritisierte: So hätten die PantherInnen nur drei Aktenteile, bestehend aus „zum Teil nur zusammenhanglos einzelnen Seiten“ erhalten, obwohl sie als geschädigte Partei den gesamten Akt angefordert hatten. 

Im Gegensatz dazu hatte die Jüdische Gemeinde Graz den gesamten Akt erhalten – inklusive allen Informationen, die die Tat gegen die RosaLila PantherInnen betrifft. Ein Einspruch der RLP gegen diese Praxis wurde vom Gericht abgewiesen. 

Update 13.30 Uhr: Absätze über Zeugen und Beleidigungen hinzugefügt.