Sexualpädagogik an Schulen: Prüfung von Vereinen, aber kein Verbot

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Nach vier Jahren Diskussion wird die Sexualpädagogik an Österreichs Schulen reformiert. Das Bildungsministerium hat in einem Hintergrundgespräch ein neues Konzept erarbeitet. Es sieht eine Datenbank der Vereine vor, aus der Schulen frei wählen können. Eine Akkreditierung, wie bisher angekündigt wurde, wird es aber nicht geben.

Kein Verein wird von der Liste ausgeschlossen

Das heißt, dass kein Verein von der Liste ausgeschlossen wird: Nach der Anmeldung werden alle Vereine nach Kriterien wie Qualitätssicherung, fachliche Vertretbarkeit oder pädagogische Angemessenheit begutachtet. Die Schulen können dann jenen Verein wählen, der für sie anhand dieser Begutachtung am besten passt.

Für die Begutachtung zuständig wird eine externe Geschäftsstelle sein. Es gilt ein Pluralitäts- und Objektivitätsgebot sowie ein Indoktrinations-, Diskriminierungs- und Herabsetzungsverbot. Den Schulen steht es aber auch weiterhin offen, selbst sexualpädagogische Aufklärungsarbeit zu leisten und zu organisieren.

Datenbank ist eine Folge der „TeenSTAR-Affäre“

Wolfgang Mazal, Leiter des Instituts für Familienforschung der Universität Wien, zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden.

Hintergrund des neuen Verfahrens ist eine Debatte um den christlich-konservativen Aufklärungsverein TeenSTAR: Wie die HOSI Salzburg Ende 2018 aufgedeckt hatte, wurde in dessen Schulungsmaterialien Homosexualität unter anderem als heilbares Identitätsproblem bezeichnet, Selbstbefriedigung wurde als schädlich dargestellt. Mittlerweile seien die Materialien dem Verein zufolge überarbeitet worden.