Sonntag, 3. März 2024
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Nach FIFA-Drohung keine One-Love-Armbinde bei der Fußball-WM

Fußballverband soll sogar Punkteabzüge angedroht haben

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Vor der FIFA eingeknickt sind jene sieben Verbände, die bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar mit der “One Love”-Kapitänsbinde auflaufen wollten.

FIFA hat sich durchgesetzt

Wie die Verbände nun in einer gemeinsamen Erklärung bekanntgegeben haben, habe man sich nach Beratungen mit der FIFA dafür entschlossen, nicht mit der Schleife einzulaufen. Sie zeigt ein buntes Herz und den Slogan “One Love” und war als Zeichen gegen Homophobie, Antisemitismus, Rassismus und für Menschen- und Frauenrechte gedacht. 

“Die FIFA hat heute eine Aussage für Diversität und Menschenrechte untersagt. Das sind Werte, zu denen sie sich in ihren eigenen Statuten verpflichtet”, so DFB-Präsident Bernd Neuendorf heute in einer Pressekonferenz: “Das ist aus unserer Sicht mehr als frustrierend und auch ein beispielloser Vorgang in der WM-Geschichte. Es handelt sich aus meiner Sicht um eine Machtdemonstration der FIFA.“ 

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„Eindeutige Drohung“ der FIFA gegen die Armbinde

Deutschland, England, Wales, Holland, Dänemark, Belgien und die Schweiz wollten mit dieser Kapitänsbinde einlaufen. Doch die FIFA hat ihnen klar gemacht, dass die Kapitäne und ihre Mannschaften so “das Risiko einer möglichen Gelben Karte oder anderer sportlicher Sanktionen während der WM” eingehen würden. Dieses Risiko wollten die Verbände letztendlich nicht tragen. 

Die FIFA habe laut Neuendorf eine “eindeutige Drohung” gegen die Binde ausgesprochen, dabei die Teams aber gleichzeitig über die Konsequenzen im Dunkeln gelassen. Berichten zufolge war auch von Sperren oder Punkteabzüge für die Teams die Rede. “Als nationale Verbände können wir unsere Spieler nicht in eine Lage bringen, dass ihnen sportliche Sanktionen wie Sperren drohen”, heißt es dazu in der gemeinsamen Erklärung. Deshalb habe man die Kapitäne gebeten, die Binde nicht bei den WM-Spielen zu tragen. 

„Unsere Spieler und Trainer sind enttäuscht“

Man sei bereit gewesen, Geldstrafen zu zahlen, die normalerweise bei Verstößen gegen die Ausrüstungsvorschriften verhängt würden – doch die Drohung der FIFA war offenbar zu massiv. “Unsere Spieler und Trainer sind enttäuscht – sie sind starke Befürworter der Inklusion und werden ihre Unterstützung auf andere Weise zeigen”, so die Fußballverbände. 

“Das Verhalten der FIFA ist frustrierend auch für uns”, ärgert sich auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff: “Es fühlt sich schon stark nach Zensur an. Man kann uns die Binde nehmen, aber die Werte, die dafür stehen, werden wir weiter haben.” 

„Heute fühlen wir uns verraten“

„Heute werden sich LGBTQ+-Fußballfans und ihre Verbündeten wütend fühlen. Heute fühlen wir uns verraten“, schreibt die Fanorganisation Football Supporters’ Association (FSA) angesichts des Verbots der „One Love“-Schleife. „Heute empfinden wir Verachtung für eine Organisation, die ihre wahren Werte unter Beweis gestellt hat, indem sie den Spielern die Gelbe Karte und der Toleranz die Rote Karte gezeigt hat.“ 

Kritik an der FIFA kommt auch vom niederländischen Fußballverband. “Dass die FIFA uns auf dem Platz bestrafen will, ist einmalig und geht gegen den Geist des Sports, der Millionen verbindet”, heißt es in einer Stellungnahme. Man werde in den kommenden Monaten einen „kritischen Blick auf unsere Beziehung zur FIFA“ werfen. 

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