Graz bekommt das erste queere Community Center in Österreich

Die darbende Annenstraße soll durch LGBTI-Zentrum zusätzlich belebt werden

Queeres Beratungszentrum
RosaLila PantherInnen

Das erste queere Community Center Österreichs wird in Graz entstehen: Ab Frühjahr 2023 soll es der Grazer LGBTI-Szene in der Annenstraße 27, vis-a-vis des jetzigen Beratungszentrums der RosaLila PantherInnen (RLP), zur Verfügung stehen. 

Ein sicherer Raum für die gesamte Community

Heute haben die RLP das Konzept der Öffentlichkeit vorgestellt: Das 91 Quadratmeter große Community Center neben dem Annenhof-Kino soll unter anderem eine kostenlose psychosoziale Beratungsmöglichkeit bieten sowie ein “sicherer Raum” für LGBTI-Personen und ein Treffpunkt für alle interessierten Personen sein. 

Damit entwickeln die RLP als größte steirische LGBTI-Organisation ihr Portfolio weiter fort. Die Kernkompetenz des Vereins liegt in einem vielfältigen Angebot an Veranstaltungen, Gruppentreffen und psychosozialer Beratung. Diese finden derzeit im “feel free” in der Annenstraße 26 statt, das zuletzt wieder Zielscheibe eines LGBTI-feindlichen Anschlags geworden ist.

Die RosaLila PantherInnen können ihre Angebote erweitern

Dass sich das neue Center in unmittelbarer Nähe zu den bestehenden Räumlichkeiten der RLP befindet, war dem Verein wichtig, da es sich um eine Erweiterung der bestehenden Angebote handelt. Diese Räume sollen auch künftig für Beratungen genutzt werden können, als auch als Büro für die RosaLila PantherInnen. 

Mit den zusätzlichen Räumen will der Verein einen sicheren Ort in der Innenstadt bieten, an dem queere Menschen aller Altersgruppen und unterschiedlicher Hintergründe zusammentreffen können. Zusätzlich soll auch jederzeit eine kostenlose Peer- und/oder psychosoziale Beratung in Anspruch genommen werden können. 

Finanzierung durch Förderungen und Tuntenball-Einnahmen

Durch eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr und die Nähe zum Hauptbahnhof wird die Anreise für Personen, die innerhalb und außerhalb von Graz wohnen, erleichtert. Außerdem soll die Annenstraße durch das queere Community Center weiter belebt werden. Die Räumlichkeiten werden derzeit umgebaut.

Breite Unterstützung für das erste queere Community Center Österreichs kommt aus der Politik: So waren bei der Vorstellung der Pläne unter anderem die Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr von der KPÖ, Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß von der ÖVP und Soziallandesrätin Doris Kampus von der SPÖ anwesend. 

Finanziert soll die Einrichtung überwiegend durch großzügige Förderungen der Stadt Graz und des Landes Steiermark werden: So übernimmt das Land unter anderem die Kosten von Vollzeitstellen für eine Psychologin und eine Pädagogin, die Stadt Graz übernimmt die Miete und die Betriebskosten – jährlich rund 30.000 Euro. Die restlichen Kosten sollen durch den Reingewinn des Tuntenballs gedeckt werden.