Lebenspartnerin mit 26 Messerstichen getötet: 71-Jährige muss in Haft

Eifersucht als Motiv: "Sie hat gesagt, ich sei verrückt"

Justitia
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Seit 25 Jahren waren sie zusammen, lebten mit ihren beiden Katzen in einer Eigentumswohnung. Doch am 7. Mai 2022 ging eine 71-jährige Pensionistin in die Küche, holte ein Messer mit einer 15 Zentimeter langen Klinge und tötete ihre ein Jahr jüngere Lebensgefährtin mit mindestens 26 Messerstichen. 

Sechs Jahre und zehn Monate Haft für die Seniorin

Dafür ist die Frau, die an Multipler Sklerose leidet, heute wegen Totschlags vor dem Landgericht Mönchengladbach zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Staatsanwältin forderte acht Jahre Haft wegen Totschlags in einem minderschweren Fall, der Verteidiger schlug eine Strafe von höchstens fünf Jahren vor. 

Der zunächst erhobene Vorwurf des Mordes wurde nach dem Vorliegen eines Gutachtens fallengelassen. Demnach war die Pensionistin vermindert schuldfähig, weil sie seelisch angespannt und von Verlustängsten geplagt war. 

Die Angeklagte hatte die Tat zu Beginn des Prozesses gestanden.

Bereits zu Beginn des Prozesses Ende Oktober hatte die Angeklagte gestanden, ihre Partnerin aus Eifersucht und übersteigertem Besitzstreben getötet zu haben. Die Angeklagte habe vermutet, dass ihre Partnerin ein Verhältnis mit der Besitzerin des gemeinsamen Stammlokals hätte, konkretisiert die Anklage. 

Sie hätte sich über ihre Eifersucht und Ängste lustig gemacht, so die 71-Jährige vor Gericht. “Sie hat gesagt, ich sei verrückt”, heißt es in einer von ihrem Verteidiger verlesenen Erklärung. So kam es schließlich zur Tat, das 70 Jahre alte Opfer verblutete.  

Nach der Tat soll die Angeklagte versucht haben, sich selbst zu töten – doch weil sich eine Freundin Sorgen machte, der sie via WhatsApp von der Tat berichtete, konnte sie schwer verletzt gerettet werden.