Donnerstag, 20. Juni 2024
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Tödliche Attacke auf Malte C.: Prozess beginnt im Februar

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Am 27. August sollte in Münster eigentlich gefeiert werden: Mehr als 10.000 Menschen waren anlässlich des Christopher Street Days (CSD) in die Innenstadt gekommen. Doch was am Rand der Veranstaltung geschah, erschütterte nicht nur die LGBTI-Community.

Weil Malte C. einigen Teilnehmerinnen helfen wollte, musste er sterben

Malte C., ein 25 Jahre alter trans Mann, griff ein, als jemand am Hafenplatz mehrere Teilnehmerinnen lesbenfeindlich beleidigte. Er forderte den Mann auf, die Beleidigungen zu unterlassen. Doch der schlug ihm ins Gesicht, Malte C. prallte auf das harte Straßenpflaster auf. Er erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, an dessen Folgen er am 2. September verstarb

Wegen der Tat angeklagt ist der 20 Jahre alte Nuradi A., Medienberichten zufolge russischer Staatsbürger, dessen Vater in Tschetschenien lebt. Er soll bereits in der Vergangenheit wiederholt wegen Gewalt- und Drogendelikten aufgefallen sein. Er wurde an dem Tag, an dem Malte C. verstarb, festgenommen und sitzt seitdem in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Herford in Untersuchungshaft. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

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Untersuchung ergibt: Der Angeklagte ist schuldfähig

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Körperverletzung mit Todesfolge vor. Zwar habe es keinen bedingten Tötungsvorsatz gegeben, betonte die Staatsanwaltschaft im November bei der Anklageerhebung, doch spätestens mit dem zweiten Schlag habe Nuradi A. schwere Verletzungen seines Opfers “für möglich gehalten und diese billigend in Kauf genommen”. 

Eine psychiatrische Sachverständige kam zu dem Schluss, dass der Angeklagte schuldfähig sei. Trotz der Beschimpfungen handle es sich ihrer Meinung nach nicht um eine LGBTI-feindliche Tat. Vielmehr sei sie “Ausdruck dissozialen Handelns und einer allgemeinen Gewaltbereitschaft”. 

Spätestens Mitte April soll es ein Urteil geben

Nun steht der Termin für den Prozessbeginn fest: Nuradi A. muss sich ab 13. Februar um 9.00 Uhr vor dem Landgericht Münster verantworten, derzeit sind zehn Verhandlungstage festgesetzt, der letzte am 17. April. 

Doch der Prozess könnte schon früher beendet werden: Gegenüber dem Westfalen-Blatt  betont Siegmund Benecken, der Anwalt des Angeklagten, dass dieser sich zu den Vorfällen äußern werde. Bis jetzt hat er zum Tatvorwurf geschwiegen. Je nachdem, was Nuradi A. vor Gericht sagt, könnte das den Prozess verkürzen.