Bosnischer Serbenführer will LGBTI-Gruppen Zugang zu Schulen verbieten

Die Lage für sexuelle Minderheiten im serbischen Teil von Bosnien und Herzegowina bleibt prekär: Nun soll LGBTI-Gruppen der Zutritt zu Schulen und Universitäten verwehrt werden.

Milotad Dodik
YouTube

Der von den USA mit Sanktionen belegte bosnische Serbenführer Milotad Dodik hat in einem lokalen Fernsehsender ein Zugangsverbot für LGBTI-Gruppen in Schulen und Universitäten der serbischen Teilrepublik von Bosnien und Herzegowina angekündigt.

Ein Gesetz soll queeren Organisationen verbieten, sich Bildungseinrichtungen zu nähern

Die Republika Srpska werde „in den nächsten paar Monaten ein Gesetz verabschieden, das es Mitgliedern der LGBTQ-Organisationen verbietet, sich Bildungseinrichtungen zu nähern“, so Dodik. „Also Kindergärten, Schulen, Universitäten. Sie werden nicht arbeiten können, sich nähern oder Propaganda streuen“, konkretisierte der Präsident der Teilrepublik die Pläne.

Damit bleibt die Lage für sexuelle Minderheiten im serbischen Teil von Bosnien und Herzegowina weiter prekär. Erst in der letzten Woche war in Banja Luka, der Hauptstadt der bosnischen Serben, eine Veranstaltung der lokalen Pride-Veranstalter:innen nach dem Druck konservativer Organisationen und von radikalen Fußballfans abgesagt worden. Es sollte eine Dokumentation über die lokale LGBTI-Community gezeigt werden.

Vermummte prügelten die LGBTI-Aktivist:innen krankenhausreif

Auch Dodik hatte sich öffentlich gegen die Veranstaltung gestellt. Er sagte, mindestens 15 Vereinigungen, die sich mit Tradition und Erziehung beschäftigten, hätten sich bei ihm über die Veranstaltung beschwert. Außerdem erwarte er von der Polizei, die Vorführung der Dokumentation zu verhindern. Der LGBTI-Community warf der bosnische Serbenführer vor, andere zu „belästigen“.

Kurz nach der Absage hatten Vermummte Aktivist:innen in der Nähe des ursprünglichen Veranstaltungsorts angegriffen. Dabei wurden drei Aktivist:innen krankenhausreif geprügelt. Wie die Aktivist:innen berichten, hätten Polizisten bei dem Eingriff zugesehen, Sie hatten ihnen zuvor gesagt, ihre Sicherheit nicht garantieren zu können. LGBTI-Aktivist:innen werfen Dodik vor, Angriffe zu provozieren.