Samstag, 20. Juli 2024
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Nach Drag-Queen-Demo: Zwei Anzeigen wegen Wiederbetätigung

Ein Nachspiel wird die Demonstration gegen eine Drag-Queen-Lesung für Kinder für zumindest zwei Teilnehmer haben: Sie wurden wegen des Verstoßes gegen das Verbotsgesetz angezeigt.

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Nicht nur die FPÖ, sondern auch die Identitären, Hooligans, Corona-Leugner:innen und christliche Fundamentalist:innen haben für Sonntagfrüh zu einer Demonstration vor der Türkis Rosa Lila Villa aufgerufen, um gegen die Kinderbuchlesung einer Drag Queen zu demonstrieren. Gekommen waren nur an die hundert Personen – ein Bruchteil der Gegendemonstration der Community.

Nach der Demonstration blockierten die Rechten den Ring

Nach dem Ende der Kundgebung bewegten sich kurz vor 13 Uhr die Reste der Kundgebung auf der Linken Wienzeile in Richtung Innenstadt und blockierte dort die Ringstraße. Während des gesamten Marsches hätten Personen versucht, den Marsch der Befürworter:innen zu stoppen bzw. Teilnehmer:innen zu attackieren.

„Durch Abdrängen, der Anwendung von Körperkraft und dem Einsatz von Pfefferspray konnten Polizisten auch hier ein Aufeinandertreffen verhindern“, so die Polizei weiter. Sanitäter der Polizei mussten die vom Pfefferspray getroffenen Personen erstversorgen, eine weitere Behandlung durch Sanitäter hätten diese dann abgelehnt.

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Mehrere Anzeigen und Pfefferspray

Sechs Gegendemonstrant:innen wurden wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt. Zwei Personen seien nach dem Verbotsgesetz angezeigt worden, nachdem sie den Hitlergruß gezeigt haben sollen. So habe etwa im Zuge der Kundgebung vor der Türkis Rosa Lila Villa ein Mann den Arm zum Hitlergruß gestreckt, so die Polizei.

Auch Pfefferspray wurde von den Sicherheitskräften angewendet, nachdem linke Demonstrant:innen versucht hatten, einen Demonstrationszug von Gegnern der Lesung gewaltsam zu stören, teilte die Polizei in ihrer Bilanz mit.

Vor der Villa blieb – auch wegen des massiven Polizeieinsatzes – alles ruhig

Unter starkem Polizeiaufgebot waren am Sonntag Demonstration und Gegendemonstration über die Bühne gegangen. Vor allem rechte und rechtsextreme Gruppen, aber auch Corona-Leugner, erzkonservative Christ:innen und die FPÖ hatten bereits im Vorfeld gegen die Veranstaltung mobilisiert. 

Kritik aus der LGBTI-Community gab es an der Entscheidung der Exekutive, kein Platzverbot auszusprechen. Stattdessen gab es lediglich einen Schutzbereich zwischen den beiden Kundgebungen. Die Polizei teilte dazu mit, dass es mit der Einrichtung des gesetzlich vorgesehenen Schutzbereichs gelungen sei, ein Aufeinandertreffen der Konfliktparteien zu verhindern.

„Durch Abdrängen, der Anwendung von Körperkraft und dem Einsatz von Pfefferspray konnten Polizisten auch hier ein Aufeinandertreffen verhindern“, heißt es bei der Polizei.