Dienstag, 27. Februar 2024
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Deutscher Bischof hält an Segnungen für schwule und lesbische Paare fest

Mit seiner Ankündigung, in seiner Diözese Segensfeiern für gleichgeschlechtliche und wiederverheiratete Paare zu veranstalten, hat sich der Limburger Bischof Georg Bätzing in Rom keine Freunde gemacht. Trotzdem hält Bätzing an seinen Plänen fest.

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„Ja, es wird Segensfeiern für Paare geben, die nicht kirchlich heiraten wollen oder können und um den Segen Gottes für ihre bereits bestehende Partnerschaft bitten“, sagte der Limburger Bischof Georg Bätzing, der auch Vorsitzender der deutschen katholischen Bischofskonferenz ist, in einem am Montag verbreiteten Interview zu den Beschlüssen des deutschen Reformprojekts „Synodaler Weg“.

Kein Sakrament, aber Segensfeier

Es müsse noch eine seelsorgliche Handreichung erarbeitet werden, die deutlich mache, dass eine Segensfeier keine Ehe und kein Sakrament sei. „Hier liegt die Grenze“, macht Bätzing klar. Auch dürfe kein Priester dazu gedrängt werden, solche Gottesdienste abzuhalten. Gleichzeitig betonte der Bischof, dass ein Deutschland bereits in mehr als 100 Gemeinden solche Segensfeiern gebe: „Und ich bin dankbar dafür.“

Bereits im Jänner 2021 hatte sich Bätzing dafür aus, dass gleichgeschlechtlicher Sex in der römisch-katholischen Lehre nicht mehr als Sünde gesehen werden soll. „Allerdings kann ich für mich sagen, dass ich nach intensiver Auseinandersetzung meine, dass wir den Katechismus in dieser Hinsicht ändern sollten“, sagte er in einem Interview.

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Aus dem Vatikan gab es in letzter Zeit mehrmals Kritik am liberalen Kurs der deutschen Katholiken: So hatte etwa Erzbischof Georg Gänswein, Privatsekretär des verstorbenen Papstes Benedikt XVI., den Synodalen Weg in einem Interview mit der Illustrierten Bunte kritisiert.

Kritik aus dem Vatikan und aus konservativen Kirchenkreisen

Und der schwedische Kardinal Anders Arborelius richtete den deutschen Katholiken in einem Interview mit der katholischen Tageszeitung Die Tagespost aus: „Demokratie ist gut für die Welt, aber in der Kirche sieht das anders aus.“

Bätzing hält aber an dem Reformkurs fest. Er sieht die Beteiligung von Frauen in der römisch-katholischen Kirche als zukunftsentscheidende Frage. Er wünscht sich, dass „dass alle Dienste und Ämter in naher oder nicht allzu ferner Zukunft für Frauen offenstehen“, so der Limburger Bischof.

Außerdem sollen Laien bei Predigten und Taufen aufgewertet werden – auch für diese Forderung des Synodalen Wegs hatte es zuletzt Kritik aus dem Vatikan gegeben. Bätzing betonte, dass zur Umsetzung dieser Forderung kirchliches Recht nicht geändert werden müsse. Der Beschluss des Synodalen Wegs sieht vor, dass die Bischöfe im Vatikan um eine Sondererlaubnis anfragen.