Samstag, 15. Juni 2024
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Zur Vienna Pride hängt die Regenbogenfahne am Wiener Rathaus

Auch dieses Jahr schmückt anlässlich des Pride Month eine Regenbogenfahne das Wiener Rathaus. Unter dem Motto "Lebe deine Liebe" stellt die Bundeshauptstadt ihre vielfältige und weltoffene Gesellschaft in den Fokus.

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Gemeinsam mit Vertreter:innen der HOSI Wien haben Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr von den Neos, SPÖ-Gemeinderätin Marina Hanke sowie das Team der Wiener Antidiskriminierungsstelle (WASt) die Regenbogenfahne am Wiener Rathaus gehisst.

Es geht um mehr als Symbolik

„Dass es um mehr als Symbolik geht, zeigen unsere vielen Projekte das ganze Jahr über und zahlreichen Aktionen im Wiener Regenbogenmonat Juni“, erklärte Wiederkehr. Dazu gehöre ein öffentlicher Empfang im Wiener Rathaus, die Eröffnung des Denkmals für homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus und das erste queere Jugendzentrum Österreichs.

„Die Stadt Wien unterstützt und beteiligt sich an der Wiener Regenbogenparade, lobt einen eigenen Fördercall für zahlreiche innovative Veranstaltungen im Regenbogenmonat Juni aus, fördert die Vienna Pride, lädt zu einem Empfang und zur ‚Rathausführung andersrum‘ ins Wiener Rathaus und zeigt in der Arkadenhof-Galerie die internationale Rainbow-City-Netzwerk-Fotoausstellung ‚Queer Youth‘“, ergänzt Wolfgang Wilhelm, Leiter der WASt-Wiener Antidiskriminierungsstelle für LGBTIQ-Angelegenheiten.

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Dieses Jahr gibt es kein Pride Village

Was dieses Jahr im Regenbogenmonat allerdings fehlt, ist das Pride Village am Rathausplatz. Dieses Symbol queerer Sichtbarkeit in Wien war den Veranstalter:innen zufolge mit der Förderung, die von Wiederkehrs Büro in Aussicht gestellt wurde, nicht zu finanzieren – was seitens des Vizebürgermeisters bestritten wird. Stattdessen soll es eine „Light Variante“ des beliebten Treffpunktes während des Pride Runs und der Regenbogenparade geben.

Gemeinderätin Marina Hanke von der SPÖ geht in ihrer Stellungnahme zum Pride Month auf die gesellschaftspolitische Bedeutung queerer Sichtbarkeit ein. „In einer Zeit, in der Geschlechterrollen wieder traditioneller gesehen werden, in der offen gegen Drag-Queens gehetzt wird und in der mühsam erkämpfte Frauenrechte international infrage gestellt werden, braucht es kontinuierliche Emanzipationspolitik und den Einsatz für die Menschenrechte von queeren Menschen“, betont sie.

Ein deutliches Statement gegen die Hetze gegen die Community

Ähnlich sieht das Katharina Kacerovsky-Strobl, Organisatorin der Vienna Pride. „Die Hetze gegen die LGBTIQ-Community ist in den letzten Jahren immer radikaler geworden. Heute werden, nur wenige Jahre nach Österreichs Drag-Erfolg beim Song Contest, Drag-Künstler*innen von Rechtsextremen, religiösen Fundis und ihren politischen Verbündeten angegriffen. Aber wir sind eine starke Community.“

Dass es auch auf rechtlicher Ebene einiges zu tun gibt, betont Ann-Sophie Otte, Obfrau der HOSI Wien. „Zur Pride erinnern wir die Bundesregierung daran, was alles noch nicht erledigt ist. Zum Einen brauchen wir dringend ein Verbot medizinisch unnötiger Operationen an intergeschlechtlichen Kindern. Die ÖVP behauptet gerne, Kinder schützen zu wollen – hier kann sie es beweisen!“, betont sie.

Außerdem bräuchte es einen umfassenden Diskriminierungsschutz für sexuelle Minderheiten, wie er seit Jahrzehnten von der ÖVP verhindert wird. „Es ist beschämend, dass wir in Österreich immer noch aufgrund unserer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität legal diskriminiert werden können“, ärgert sich Otte.