Mittwoch, 21. Februar 2024
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Todesstrafe durch Kreuzigen: Huthi verurteilen erneut Homosexuelle

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Wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtet, hat ein Gericht der Huthi in Dhamar, etwa 110 Kilometer südlich der jemenitischen Hauptstadt Sanaa, am 23. Jänner neun Menschen wegen Homosexualität zum Tode verurteilt. Sieben von ihnen sollen gesteinigt werden, die beiden anderen gekreuzigt.

Anklagen wegen Homosexualität, „Verbreitung von Unmoral“ und „unmoralischer Handlungen“

Außerdem wurden 23 weitere Personen wegen weiterer Anklagen wie Homosexualität, „Verbreitung von Unmoral“ und „unmoralischer Handlungen“ zu Haftstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren verurteilt. In Sozialen Medien kursieren Videos, die zeigen sollen, wie zwei der Verurteilten in Anwesenheit von Huthi-Funktionären öffentlich ausgepeitscht werden – vermutlich vor ihren eigenen Häusern.

Es ist bereits das zweite Todesurteil eines Huthi-Gerichts wegen gleichgeschlechtlicher Handlungen, das in den letzten Tagen öffentlich wurde: Am 1. Februar soll ein Gericht in Ibb 13 Studierende wegen der „Verbreitung von Homosexualität“ zum Tode verurteilt haben, drei weitere Studierende wurden zu Peitschenhieben verurteilt.

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Die Todesurteile sollen öffentlich vollstreckt werden. Die Verurteilten haben noch die Möglichkeit, gegen die Urteile zu berufen. Insgesamt haben damit von den Huthi kontrollierten Gerichte in kürzester Zeit mehr als 40 Menschen wegen gleichgeschlechtlicher Handlungen verurteilt, 22 von ihnen zum Tod. 

Amnesty fordert, die Huthi müssen die Todesurteile aufhebe

„Die De-facto-Behörden der Huthi müssen die Todesurteile gegen diese Personen unverzüglich aufheben und alle Anklagen im Zusammenhang mit ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Geschlechtsidentität oder ihrem sexuellen Ausdruck fallen lassen“, so Grazia Careccia, stellvertretende Regionaldirektorin von Amnesty International für den Nahen Osten und Nordafrika

Ein Bericht des UNO-Sicherheitsrates aus dem Jahr 2023 zeigt, dass die islamistischen Huthis angeblich „Kinder im Alter von 13 Jahren inhaftieren“, von denen einigen „wegen ihrer angeblichen homosexuellen Orientierung ‚unanständige Handlungen‘ vorgeworfen werden“.

Ziel der Huthis ist die Errichtung eines Gottesstaates

Der Euro-Mediterranean Human Rights Monitor hat zwischen 2014 und 2022 insgesamt 350 Todesurteile gezählt, die in den von den Huthis kontrollierten Provinzen des Jemen gesprochen wurden. Hingerichtet wurden elf Menschen. Das könnte sich durch die geänderten Rahmenbedingungen nun aber ändern.

Die Huthi-Kampfgruppen wurden in den Neunzigerjahren gegründet, um einen islamistischen Gottesstaat zu errichten. Seit 2015 kämpfen Truppen der jemenitischen Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt werden, gegen die Huthis. Seitdem hat der Konflikt zu hunderttausenden Toten geführt und eine Millionen Menschen leiden an Hunger.