Samstag, 20. April 2024
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Nach schwulenfeindlichen Sprüchen: Kogler stellt Rapid die Rute ins Fenster

Dass Rapid-Spieler nach dem Derby-Sieg gegen Austria Wien schwulenfeindliche Sprüche skandiert haben, beschäftigt nun auch die Politik. Der zuständige Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler stellt dem Rekordmeister nun die Rute ins Fenster.

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Es war ein Vorfall, der auch außerhalb Österreichs für negative Schlagzeilen gesorgt hatte. Nach dem 3:0-Sieg gegen Erzrivalen Austria im Wiener Stadtderby haben Geschäftsführung, Co-Trainer, Kapitän und Starspieler von Rapid Beleidigungen und schwulenfeindliche Gesänge skandiert.

„Wir sind keine orschwoarmen Veilchen“: Sprechchöre sorgen für Erklärungsbedarf

So zeigt ein Video, dass einige Rapid-Spieler, darunter Co-Trainer Stefan Kulovits und Kapitän Guido Burgstaller, per Megafon gemeinsam mit Fans Sprechchöre wie „Favoriten ist der größte Hurnsbezirk“ und „Wir sind keine orschwoarmen Veilchen“ skandieren. Unterstützt wurde der Gesang unter anderem von Marco Grüll, der im Sommer zu Werder Bremen wechseln soll.

Rapid Wien und die betroffenen Personen haben sich mittlerweile öffentlich entschuldigt und Besserung gelobt. Die Bundesliga hat Geschäftsführer Steffen Hofmann, Co-Trainer Stefan Kulovits sowie die Spieler Guido Burgstaller, Marco Grüll, Thorsten Schick, Maximilian Hofmann und Niklas Hedl wegen Ehrverletzung und Diskriminierung beim Strafsenat der Liga angezeigt.

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„Mir reicht’s jetzt nämlich“, ärgert sich Vizekanzler Werner Kogler

Doch mit Sperren oder Punktabzug könnten die Konsequenzen für Rapid noch nicht zu Ende sein. Denn heute hat sich auch die Politik in die Causa eingeschaltet. Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler von den Grünen hat dabei dem Rekordmeister im Ö1-Mittagsjournal die Rute ins Fenster gestellt.

„Mir reicht’s jetzt nämlich. Wir tun wirklich sehr viel, da kann es nicht sein, dass die Vereine von innen heraus morsch werden“, ärgert sich Kogler. Er ruft Rapid und andere Vereine auf, sich von Profis helfen zu lassen. „Wir würden nicht zur Tagesordnung übergehen, sondern anbieten, die Institutionen in Anspruch zu nehmen. Mir scheint, das ist ein eklatanter Fall für diesen Bedarf – das ist noch diplomatisch ausgedrückt“, so der Vizekanzler.

So habe das Sportministerium etwa „100% Sport“, das österreichische Zentrum für Genderkompetenz im Sport, ins Leben gerufen. Gegenüber dem ORF-Radio betonte deren Geschäftsführerin Claudia Koller die Vorbildfunktion der Beteiligten. „Wie fühlen sich schwule Jugendliche? Wie fühlen sich schwule Sportler, die solche Gesänge sogar von den höchsten Funktionären hören? Da wird eine Situation geschaffen, die es extrem schwierig macht, diesen Sport auszuüben“, so Koller.

Kogler nimmt auch die Sponsoren der Vereine in die Pflicht

Und auch die Sponsoren der Vereine nimmt der Vizekanzler in die Pflicht. Im Fall von Rapid ist das die Wien Energie – der stadteigene Strom-, Gas- und Fernwärmeversorger. Mit dessen Logo auf der Brust würden die Rapid-Spieler einen der wichtigsten öffentlichen Betriebe der Stadt repräsentieren – „und dann kommt so etwas raus“, so Kogler: „Homophobie, Rassismus, Sexismus hat keinen Platz, und das kann ja nicht nur für Sonntagsreden gelten, sondern muss auch gelebt werden.“

Wien Energie hatte sich schon am Dienstag zu Wort gemeldet. Man setze sich „für Vielfalt und gegen jede Art von Diskriminierung ein. Die Äußerungen, die in den letzten Tagen von einzelnen Rapid-Spielern und Funktionären bekanntgeworden sind, passen damit nicht zusammen und entsprechen nicht unseren Werten“, heißt es in einer Stellungnahme. In den nächsten Tagen werde es außerdem Gespräche mit der Vereinsführung geben, so Wien Energie.

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