„I Love You More“ von Erblin Nushi, erzählt die – autobiografisch gefärbte – Geschichte von Ben, einem schüchternen kosovarischen Teenager, der sich darauf freut, seine erste große Liebe, Leo, persönlich zu treffen. Diese Vorfreude wird durch die plötzlichen Neuigkeiten, dass seine Familie dank der Green Card Lotterie in die USA umziehen wird, auf eine harte Probe gestellt, da Leos Besuch nun damit kollidiert.
Durch den Ort bekommt die Liebesgeschichte einen besonderen Dreh
Die Prämisse des Films ist zutiefst menschlich und berührend, aber nicht unbedingt neu. Die Herausforderungen der ersten Liebe, besonders beim Erwachsenwerden und noch dazu innerhalb der LGBTQ+ Gemeinschaft, sind Themen, die im Kino oft erforscht werden.
Was „I Love You More“ jedoch unterscheidet, ist sein spezifischer kultureller und geographischer Kontext. Denn die Geschichte spielt im Kosovo, einem Land, in dem queere Geschichten eher selten für die große Leinwand erzählt werden.
So ganz kann die Liebesgeschichte auf der Leinwand nicht überzeugen
Die Darstellung der Beziehung zwischen Ben und Leo hinterlässt gemischte Gefühle. Zwar ist es lobenswert, dass eine Online-Liebesgeschichte gezeigt wird, die durch Sehnsucht und jugendliche Naivität geprägt ist – allerdings erreicht sie nicht jene emotionale Tiefe, die für das Publikum spürbar wäre.
Eine der Stärken des Films liegt in der Darstellung der Beziehung zwischen Ben und seiner Mutter Nora, gespielt von Irena Aliu. Sie bringt eine nuancierte Performance als liebevolle Mutter, die ihren Sohn unterstützt, während sie gleichzeitig mit den Herausforderungen des bevorstehenden Umzugs ringt. Diese Beziehung fügt dem Film eine weitere emotionale Ebene hinzu und hebt die Komplexität familiärer Bindungen hervor.
Eine queere Geschichte, die erzählt werden muss
Trotzdem ist „I Love You More“ ein bedeutender Beitrag zur queeren Filmografie, insbesondere als Film aus dem Kosovo. Der Film bietet wichtige Einblicke in die Erfahrungen junger queerer Menschen in einer Gesellschaft, die ihre Geschichten selten erzählt.
Insgesamt ist „I Love You More“ ein Film, der für sein Engagement, queere Geschichten in einem weniger sichtbaren Kontext zu erzählen, Anerkennung verdient. Er öffnet ein Fenster zu den Erfahrungen der Jugendlichen, die zwischen persönlicher Identität, familiärer Akzeptanz und den Herausforderungen des Erwachsenwerdens navigieren.
Die Geschichte mag in Teilen vorhersehbar sein, doch ihre Darstellung und die Bereitschaft, Themen von Liebe, Akzeptanz und Identität zu erkunden, machen den Film zu einer sehenswerten Erfahrung.


