HomePolitikInternationalNach Mord an lesbischer Stadträtin: Drei Hintermänner verhaftet

Nach Mord an lesbischer Stadträtin: Drei Hintermänner verhaftet

Vor sechs Jahren wurde in Rio de Janeiro die offen lesbische Stadträtin Marielle Franco ermordet. Nun konnten einige mutmaßliche Hintermänner verhaftet werden. Dabei handelt es sich um einen ehemaligen Polizeichef und zwei Politiker.

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Es war am 14. März 2018, als Marielle Franco, offen lesbische Stadträtin und Hoffnungsträgerin der brasilianischen Linken, und ihr Fahrer in Rio de Janeiro erschossen und ihre Assistentin schwer verletzt wurden. Schon bald konnte ein ehemaliger Polizist als mutmaßlicher Schütze verhaftet werden – vor Gericht kam er bis heute allerdings nicht.

Ein Ex-Polizeichef und zwei Politiker sollen für den Mord an Marielle Franco verantwortlich sein

Schon bald wurde über mächtige Hintermänner spekuliert, und über eine Verwicklung der Milizen von Rio, die sich aus aktiven und ehemaligen Polizist:innen rekrutieren. Nun gewinnen die Ermittlungen gegen die Hintermänner des Mordes an Fahrt: Die brasilianische Bundespolizei hat am Freitag in Rio drei Haft- und zwölf Durchsuchungsbefehle im Zuge der Ermittlungen vollstreckt.

Bei den drei Verhafteten handelt es sich um den früheren Leiter der Zivilpolizei von Rio de Janeiro sowie einen Abgeordneten des Nationalkongresses und seinen Bruder, der seinerseits ein Mitglied des Rechnungshofs des Bundesstaates Rio de Janeiro ist.

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Die Ermittlungen gingen ins Umfeld von Ex-Präsident Bolsonaro

Das teilte Justizminister Ricardo Lewandowski bei einer Pressekonferenz mit. Er sagte, die Ermittlungen der Polizei hätten ergeben, dass das Hauptmotiv für den Mord ein Streit um die kommerzielle Nutzung von Land gewesen sei. Ermittelt werde auch wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung und Behinderung der Justiz. Bereits kurz nach dem Mord war vermutet worden, dass die Spuren in das Umfeld des damaligen Präsidenten Jair Bolsonaro führen.

Francos Schwester Anielle, die im letzten Jahr Ministerin für die Gleichstellung ethnischer Gruppen geworden war, schrieb nach der Verhaftung auf der Plattform X (ehemals Twitter): „Heute ist ein historischer Tag für die brasilianische Demokratie“. Die Verhaftung der mutmaßlichen Auftraggeber des Mordes sei ein wichtiger Schritt für die Suche nach Gerechtigkeit.

Marielle Franco wurde in ihrem Auto regelrecht hingerichtet.

Die Politikerin und Menschenrechtsaktivistin Marielle Franco war im Alter von 38 Jahren in ihrem Auto erschossen worden. Ein Auto mit zwei Insassen hielt neben ihr an und schoss neun Mal auf den Wagen der Politikerin. Bei dem Attentat starb auch ihr Fahrer, ihre Assistentin wurde schwer verletzt. Franco war seit einem Jahr Stadträtin der linken Partei PSOL. 

Die offen lesbische Afrobrasilianerin stammte selbst aus einer Favela und setzte sich für die Bewohner der Armenviertel von Rio ein. Sie sprach sich immer wieder gegen Polizeigewalt aus. Nach ihrem Tod demonstrierten zehntausende Menschen spontan in verschiedenen Teilen Brasiliens, um Franco zu gedenken.

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