Sonntag, 16. Juni 2024
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Gruppen-Coming-out bei Profi-Fußballern: Sind auch Österreicher darunter?

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Bereits im Februar hatte Marcus Urban, ehemaliger Fußballer und Diversity-Berater ein Gruppen-Coming-out internationaler Fußballprofis angekündigt. Kicker aus Deutschland, Österreich und England sollten ihre sexuelle Orientierung am 17. Mai, dem internationalen gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT), öffentlich machen. 

Urban: „Die Spieler sind extrem vorsichtig“

Doch nun relativiert Urban die Ankündigung. „Die Spieler sind extrem vorsichtig. Keiner traut sich aus der Deckung“, erklärt Urban in einem Interview mit dem Stern . Viele Spieler hätten Angst, „dass sie nach einem Coming-out in Ungnade fallen würden in der Branche“, erklärt der 53-Jährige. Doch das hält Marcus Urban für eine falsche Vermutung. „Die Zeit für ein Coming-out war für schwule Fußballer nie besser als jetzt“, ist er sich sicher.

Er selbst habe keinen Kontakt zu schwulen Fußballprofis, diese würden seine Aktivitäten aber genau beobachten. „Die Profis wissen vom 17. Mai. Sie verfolgen die Entwicklungen aufmerksam, höre ich“, so Urban. Die schwulen Spieler würden sich untereinander organisieren: „Es gibt eine Vernetzung, aber sie findet im Verborgenen statt. Diese Kanäle helfen auch, um über Dritte an die Spieler heranzutreten.“

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Für Urban ist die Aktion auch jetzt schon ein Erfolg

Doch für Urban ist die Kampagne auch ohne fixe Coming-outs am IDAHOBIT ein Erfolg. „Ich freue mich über jeden Spieler, der sich positionieren will, ob am 17. Mai oder später“ Dabei gehe es nicht nur um die Spieler: „Es geht auch um Schiedsrichter, um Funktionäre, um Personen, die in den Vereinen arbeiten.“

Vor allem gehe es um eine Änderung von Kultur und Klima im Leistungssport. Hier sieht der 53-Jährige schon erste Veränderungen. „Wir bekommen nicht nur eine große mediale Aufmerksamkeit. Auch viele Profiklubs stehen hinter uns: Stuttgart, Hannover, Osnabrück, Freiburg, Dortmund, Hoffenheim, Union Berlin und St. Pauli. Da entsteht gerade etwas Großes“, ist er sich sicher.