Mittwoch, 24. Juli 2024
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Drei Familienväter verprügeln schwules Paar im Volkspark Friedrichshain

Im Volkspark Friedrichshain hat es erneut eine queerfeindliche Attacke gegeben: Drei Männer haben ein schwules Paar verprügelt, weil sie nicht wollten, dass ihre Frauen und Kinder sehen, wie sich die beiden Männer küssen.

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Der Vorfall ereignete sich am Samstag gegen 20.00 Uhr auf einer Wiese im Volkspark Friedrichshain: Ein schwules Paar, 25 und 28 Jahre alt, saß in der Wiese und begann sich zu küssen. Da tauchten plötzlich drei Männer aus einer Familiengruppe, die sich in der Nähe befand, auf.

Das schwule Paar sollte sich nicht vor Frauen und Kindern küssen

Die drei Männer forderten das Paar auf, sich in Blickweite ihrer Frauen und Kinder nicht zu küssen und sich dafür einen anderen Ort zu suchen. Um ihrer Aufforderung Nachdruck zu verleihen, schlug das Trio Zeugen zufolge auf die beiden friedlich sitzenden Männer ein und versuchte sie, wegzuschubsen.

Das schwule Paar konnte sich schließlich aus der Situation retten und flüchtete sich leicht verletzt zu einer anderen Personengruppe. Die drei Angreifer kehrten unterdessen seelenruhig zu ihren Familien, die die Prügelei mit angesehen haben, zurück.

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Die Polizei konnte die Identität von zwei Angreifern feststellen

Als die alarmierte Polizei kam, hatte sich einer der drei Männer bereits enfernt. Von den beiden anderen Angreifern wurden die Personalien festgestellt. Nach dem Abschluss der Maßnahmen konnten die beiden Männer, 33 und 34 Jahre alt, den Tatort verlassen. Nähere Informationen über deren Identität liegen nicht vor.

Das schwule Paar klagte nach dem Angriff über Kopfschmerzen. Sie haben bei dem Angriff einige Hautabschürfungen erlitten, wollten sich jedoch zunächst nicht ärztlich behandeln lassen. Wie bei allen mutmaßlichen Hassverbrechen hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts Berlin die weiteren Ermittlungen übernommen.

Für Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten gibt es in Berlin eigene Ansprechpartner:innen

Angehörige sexueller Minderheiten, die Opfer von Hasskriminalität geworden sind, können in der deutschen Hauptstadt unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin  online eine Anzeige aufgeben.

Bei der Berliner Polizei gibt es zudem zwei Ansprechpersonen für LGBTI . Damit soll Angehörigen sexueller Minderheiten, die oft aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden.