Mittwoch, 24. Juli 2024
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Papst benutzt wieder abwertenden Begriff für schwule Männer im Vatikan

Schwule Männer sollen nach wie vor nicht das römisch-katholische Priesteramt ergreifen: Papst Franziskus hat am Dienstag bei einem Treffen mit römischen Priestern seine ablehnende Haltung bestätigt - und wieder ein altbekanntes abwertendes Wort verwendet.

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Schwule Männer können zwar „gute Burschen“ sein, allerdings sei es besser, sie nicht in Priesterseminaren zuzulassen. Das soll Papst Franziskus am Dienstag bei einem Treffen mit römischen Priestern hinter verschlossenen Türen gesagt haben, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet.

Ein Hauch von „Schwulitäten“ umwehe den Vatikan

Dabei soll er erneut ein abwertendes Wort verwendet haben: Franziskus sagte nach Informationen des Nachrichtensenders SkyNews, den Vatikan umwehe ein Hauch von „frociaggine“ – der Begriff lässt sich als „Schwulitäten“ übersetzen und leitet sich von „frocio“ ab, einer derben Beschimpfung für schwule Männer.

Franziskus hatte sich bereits Ende Mai bei einem Treffen mit italienischen Bischöfen ablehnend über schwule Priesterseminaristen geäußert. Bei einer Versammlung der italienischen Bischofskonferenz sprach er ebenfalls von „frociaggine“ und sorgte mit der Verwendung eines abwetenden Begriffes international für Empörung.

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Beim ersten Mal war es noch ein Lapsus von Franziskus

Später erklärte der Vatikan, es habe sich um einen Lapsus des Heiligen Vaters gehandelt, dessen Muttersprache nicht Italienisch sei. Die anwesenden Bischöfe sagten, ihnen sei klar gewesen, dass sich der Papst nicht klar gewesen sei, wie beleidigend und diskriminierend das Wort sei, das er verwendet habe.

In der Sache geht es um den Wunsch der italienischen Bischöfe, auch schwule Männer in den Priesterseminaren zuzulassen, um den Mangel an Geistlichen zu lindern. Im November hatten sie dazu bereits einen neuen Text angenommen. Dieser wurde noch nicht veröffentlicht, weil er vom Vatikan noch nicht genehmigt wurde.

Die italienischen Bischöfe wollen „normale Schwule“ zum Priesteramt zulassen

Dabei unterscheiden die Bischöfe zwischen einer „einfachen homosexuellen Orientierung“, mit der schwule Männer zugelassen werden könnten, und „tief verwurzelten Tendenzen“, die ein Priesteramt unmöglich machen. Prinzipiell könnte dann auch ein schwuler Mann zum katholischen Priester geweiht werden, wenn er – wie ein Heterosexueller – gelobt, den Zölibat einzuhalten.

Allerdings hat Papst Benedikt XVI. im Jahr 2005 eine Richtlinie festgeschrieben, der zufolge „aktive homosexuelle“ Männer vom Priesteramt ausgeschlossen seien. Diese Linie vertritt auch Papst Franziskus: Seiner Ansicht nach sollten schwule Männer ohne Ausnahme nicht zu den Priesterseminaren zugelassen werden, um Problem zu vermeiden. Deshalb hat er Benedikts Richtlinie auch 2016 bestätigt.