Mittwoch, 24. Juli 2024
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Afghanistan: 52 Peitschenhiebe für gleichgeschlechtliche Handlungen

In Afghanistan hat das Oberste Gericht der Taliban mehrere Menschen zu Peitschenhieben verurteilt. Zwei von ihnen wurden gleichgeschlechtliche Handlungen vorgeworfen.

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In Afghanistan sind wieder zwei Menschen zu Peitschenhieben verurteilt worden, denen gleichgeschlechtliche Handlungen vorgeworfen wurden. Wie der Oberste Gerichtshof bekanntgab, sind zwei Personen in der nördlichen Provinz Sar-i Pul deshalb zu insgesamt 52 Peitschenhieben und Haftstrafen verurteilt worden. Die Auspeitschungen seien bereits am Montag vollzogen worden.

Immer wieder Haft und Peitschenhiebe für gleichgeschlechtliche Liebe

Es ist nicht der einzige Fall, in dem gleichgeschlechtlich liebende Menschen von den Taliban ausgepeitscht werden. Erst Anfang Juni hatte ein Gericht in der gleichen Provinz 14 Frauen und 49 Männer öffentlich auspeitschen lassen. Auch hier wurden einigen Verurteilten gleichgeschlechtliche Handlungen vorgeworfen. 

Der Oberste Gerichtshof gab außerdem bekannt, dass in der ostafghanischen Provinz Paktia eine Person wegen „moralischer Verbrechen“ öffentlich ausgepeitscht sowie zu einem Jahr Haft verurteilt wurde.

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Bereits im März wurde ein Mann wegen angeblich homosexueller Handlungen zu sechs Monaten Haft und 30 Peitschenhieben verurteilt. Wenig später wurde bekannt, dass ein weiterer Mann in Baghlan im Norden des Landes zu 39 Peitschenhieben und fünf Jahren Haft verurteilt wurde, weil er eine „unangemessene Beziehung“ zu einem anderen Mann gehabt haben soll

Taliban wollen vollständige Einführung der Scharia

Seit ihrer Rückkehr an die Macht im August 2021 haben die Taliban wieder öffentliche Strafen wie Auspeitschungen und Hinrichtungen für Strafen wie Mord, Raub oder Ehebruch eingeführt – trotz Kritik von Menschenrechtsorganisationen und den Vereinten Nationen.

Im vergangenen März hatte der oberste Talibanführer Haibatullah Achundsada in einer Audiobotschaft die vollständige Einführung der Scharia in Afghanistan angekündigt. Er argumentierte, dass diese Strafen mit den islamischen Grundsätzen übereinstimmen würden. Für homosexuelle Handlungen gelten in der Scharia schwere Strafen bis zum Tod.