Mittwoch, 24. Juli 2024
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Sportgericht bestätigt Einschränkungen für trans Schwimmerinnen

Im Juni 2022 schloss der Schwimmweltverband World Aquatics trans Athlet:innen aus. Dagegen klagte die trans Schwimmerin Lia Thomas vor dem Sportgerichtshof CAS. Und hat dieses Match nun verloren - aus formalen Gründen.

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Wenn trans Schwimmerinnen bei internationalen Bewerben teilnehmen wollen, müssen sie seit Juni 2022 jede Menge Regeln des Schwimmweltverbands World Aquatics erfüllen. So müssen sie etwa nachweisen, die männliche Pubertät nicht durchlaufen zu haben.

Für trans Schwimmerin Lia Thomas ist ihr Ausschluss „rechtswidrig“

Das wollte die trans Schwimmerin Lia Thomas, die im März 2022 ihren ersten US-Collegetitel gewonnen hatte, nicht hinnehmen. Sie darf nach den neuen Regeln nicht bei Frauenbewerben starten. Die neuen Regeln sei „rechtswidrig“ und „diskriminierend“, meinte sie. Dabei bezog sie sich unter anderem auf die Olympische Charta und die Europäische Menschenrechtskonvention.

Thomas zog deshalb vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS, um die Regularien von World Aquatics zur Teilnahme von trans Schwimmerinnen für ungültig zu erklären.

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Thomas ist nicht klageberechtigt, so das Sportgericht

Nun ist die 25-Jährige damit gescheitert – und das nicht einmal auf inhaltlicher Ebene: Das Gericht kam zu dem Schluss, dass Thomas nicht berechtigt ist, die Richtlinien des Schwimmweltverbands in Frage zu stellen, weil sie kein Mitglied des US-Schwimmverbandes ist.

In einer Erklärung ihrer Anwälte bezeichnete Thomas die Entscheidung als „zutiefst enttäuschend“. „Pauschale Verbote, die trans Frauen an Wettkämpfen hindern, sind diskriminierend und berauben uns wertvoller sportlicher Möglichkeiten, die für unsere Identität von zentraler Bedeutung sind“, heißt es dort.

Kulturkampf um trans Sportler:innen bei Bewerben: Nur Verlierer

World Aquatics hatte versucht, die Situation zu entspannen, in dem sie gleichzeitig mit den neuen Regeln eine „offene“ Kategorie eingeführt hatten. Das hatte allerdings keinen Erfolg: Beim Schwimm-Weltcup in Berlin hatte es für diese Kategorie keine einzige Anmeldung gegeben.

Derzeit findet ein regelrechter Kulturkampf um die Teilnahme von trans Frauen bei Sportwettbewerben statt. In den vergangenen Jahren haben immer mehr Verbände, darunter neben dem Schwimmweltverband auch der Leichtathletikweltverband World Athletics, die Teilnahme von trans Sportler:innen eingeschränkt. 

Die Begründung war meistens, dass trans Frauen auch nach geschlechtsangleichenden Maßnahmen körperliche Vorteile gegenüber cis Frauen hätten. Doch das lässt sich wissenschaftlich nicht so pauschal bestätigen: Eine vom IOC in Auftrag gegebene Untersuchung hat ergeben, dass trans Sportlerinnen unabhängig vom Zeitpunkt ihrer Geschlechtsanpassung keinen generellen Startvorteil hätten.