Mittwoch, 24. Juli 2024
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Unbekannte schmieren Nazi-Parolen auf Bremer Queer-Zentrum „Rat&Tat“

Das LGBTI-Zentrum, das seit 1982 besteht, wurde wieder zur Zielscheibe eines Hassverbrechens. Anzeige wurde erstattet - doch die Chancen, die Täter zu finden, sind gering.

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In Bremen wurde das queere Zentrum Rat&Tat erneut zur Zielscheibe eines queerfeindlichen Anschlags: Unbekannte beschmierten die Scheiben der Eingangstür des queeren Zentrums im Ostertorviertel unter anderem mit Parolen wie „SS“, „NSDAP“ oder „AFD“.

„Die Botschaft mit Hinweis auf NS-Regime nicht misszuverstehen“

Das Zentrum veröffentlichte Fotos von dem Angriff auf seinen Social-Media-Kanälen. „Wir sind fassungslos“, heißt es dazu: „Seit Jahren sind wir an unserem Vereinshaus, einem Treffpunkt für queere Menschen, Anfeindungen ausgesetzt. In der heutigen Nacht ist die Botschaft mit dem Hinweis auf das NS-Regime nicht misszuverstehen. Stehen wir auf gegen rechte Hetze, nie wieder Faschismus!“

Rat&Tat hat nach eigenen Angaben Anzeige gegen die unbekannten Täter:innen erstattet. Wie die Polizei gegenüber Radio Bremen  bestätigt, ermittelt jetzt der Staatsschutz wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

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Rat&Tat wird immer wieder queerfeindlich angegriffen

Es ist nicht das erste Mal, dass Rat&Tat angegriffen wurde: So wurden unter anderem Regenbogenfahnen angezündet, Farbbomben geworfen, vergammelte Fische hinterlassen oder Scheiben zerstört.

Im August 2021 und im September 2016 kam es zu Anschlägen mit übel riechender Buttersäure. Obwohl die Vorfälle jedes Mal angezeigt wurden, konnte bis jetzt noch nie ein Täter ermittelt werden. 

Die Anlaufstelle wurde im August 1982 als „Rat & Tat-Zentrum für Homosexuelle“ gegründet. Es war damals eines der ersten seiner Art in Deutschland. Man versteht sich als Interessenvertretung, sozialer Treffpunkt und Anlaufstelle für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Personen und alle anderen queeren Menschen.