Mittwoch, 24. Juli 2024
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Gay Icons: Harvey Milk – der Mann, dessen Ideen eine Kugel nicht stoppen konnte

Harvey Milk stand für Mut und Veränderung. Sein Leben und sein Kampf für die Rechte der LGBTI-Community zeigen, dass echte Veränderung möglich ist, wenn Menschen sich mutig und entschlossen für das einsetzen, woran sie glauben.

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Harvey Bernard Milk wurde am 22. Mai 1930 in Woodmere im US-Bundesstaat New York geboren. Er wuchs in einer konservativen jüdischen Familie auf und erlebte eine Kindheit, die von Werten wie Gemeinschaft und Bildung geprägt war.

Nach der Schule wurde er Mathematik-Lehrer

Nach seinem Schulabschluss im Jahr 1947 begann er ein Studium an der New York State College for Teachers in Albany, wo er 1951 seinen Abschluss in Mathematik machte. Nach seinem College-Abschluss trat Harvey Milk der US Navy bei und diente während des Koreakrieges auf einem U-Boot-Rettungsschiff.

Seine militärische Karriere endete allerdings abrupt, als seine Homosexualität bekannt wurde, was 1955 zu seiner nicht-ehrenhaften Entlassung führte. Dieses frühe Erlebnis der Diskriminierung prägte seinen späteren Aktivismus und sein Engagement für die Rechte der queeren Community.

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San Francisco, das damalige Mekka der Community, zog auch Harvey Milk an

1972 zog Milk nach San Francisco, eine Stadt, die damals als Zufluchtsort für die Community galt. Gemeinsam mit seinem 18 Jahre jüngeren Partner Scott Smith eröffnete er in der Castro Street einen Kameraladen namens „Castro Camera“. Dieses Geschäft wurde schnell zu einem Zentrum für die lokale Gemeinschaft und verschaffte Milk eine Plattform, um sich politisch zu engagieren.

Im Jahr 1973 kandidierte Harvey Milk erstmals für den Stadtrat von San Francisco, scheiterte jedoch knapp. Trotz vieler Anfeindungen blieb er politisch aktiv, kandidierte erneut und wurde 1977 schließlich als erstes offen homosexuelles Mitglied in das San Francisco Board of Supervisors gewählt. 

Seine Wahl war ein historischer Moment für die Community

Diese Wahl war ein historischer Moment und ein bedeutender Fortschritt für die Rechte der LGBTI-Community. Für ihn war es wichtig, sichtbar für alle anderen zu sein. So soll er gesagt haben: „Sollte mich eine Kugel ins Gehirn treffen, dann soll diese Kugel dazu führen, dass sich jeder outet.“

Harvey Milk
Archiv

Während seiner Amtszeit setzte sich Milk für eine Vielzahl von sozialen und politischen Themen ein. Er kämpfte gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz, setzte sich für die Schaffung von erschwinglichem Wohnraum ein und unterstützte die Rechte von Minderheiten.

Besonders bekannt wurde er durch seine Rolle im Kampf gegen die „Briggs Initiative“ (Proposition 6), einen Gesetzesvorschlag, der darauf abzielte, schwule und lesbische Lehrer aus dem Schuldienst zu entfernen. Milk war maßgeblich an der Kampagne gegen dieses diskriminierende Gesetz beteiligt, das letztlich abgelehnt wurde.

Der Tod von Harvey Milk ist auch eine Zäsur für die LGBTI-Bewegung

Am 27. November 1978 endete das Leben von Harvey Milk abrupt. Er wurde zusammen mit George Moscone, dem Bürgermeister von San Francisco, von Dan White, einem ehemaligen Mitglied des Stadtrats, erschossen.

White, der kurz zuvor seinen Sitz im Stadtrat niedergelegt hatte, war frustriert über seine politische Karriere und beging dieses Verbrechen aus Wut. Der Mord an Milk und Moscone schockierte die Nation und führte zu massiven Protesten in San Francisco – auch, weil sich Polizisten und Geschworene mit White mehr oder weniger offen solidarisierten.

Sein Einfluss ist bis heute spürbar – nicht nur im Castro

Doch Harvey Milks Einfluss reicht weit über seinen Tod hinaus. Er wird oft als erster Märtyrer der LGBTI-Community bezeichnet und inspiriert bis heute Menschen auf der ganzen Welt, sich für Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Sein Leben und sein Vermächtnis wurden in zahlreichen Büchern, Dokumentationen und dem Oscar-gekrönten Film „Milk“ (2008) mit Sean Penn in der Hauptrolle verewigt.

In San Francisco wurde zu ihm Ehren der „Harvey Milk Plaza“ in der Castro Street benannt, und die Harvey Milk Foundation setzt seine Arbeit bis heute fort. Diese Stiftung setzt sich weltweit für die Rechte der LGBTI-Community ein und fördert Bildung, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit.

„Hope will never be silent“

Das Vermächtnis von Harvey Milk lebt in den vielen Fortschritten weiter, die seit seinem Tod erzielt wurden. In den USA und weltweit wurden zahlreiche Gesetze verabschiedet, die die Rechte der queeren Community schützen und Diskriminierung bekämpfen. Harvey Milk bleibt eine Inspiration für kommende Generationen, die für Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit kämpfen.

Milks berühmte Worte „Hope will never be silent“ erinnern uns daran, dass der Kampf für Gleichberechtigung und Gerechtigkeit weitergeht und dass jeder Einzelne die Macht hat, Veränderungen zu bewirken. Harvey Milk war mehr als nur ein Politiker; er war ein Symbol für Mut und Veränderung. Sein Engagement und seine Opfer haben den Weg für eine gerechtere und gleichberechtigtere Gesellschaft geebnet.