Mittwoch, 24. Juli 2024
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„Regenbogenkiez“: CDU möchte neuen Namen für U-Bahn-Station Nollendorfplatz

Die Berliner CDU entdeckt sexuelle Minderheiten als potenzielle Wähler: Sie will nun den Regenbogenkiez rund um den Nollendorfplatz sichtbarer machen - mit einer Umbenennung der U-Bahn-Station.

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Die CDU Tempelhof-Schöneberg beantragt heute in der Bezirksverordnetenversammlung, dass die U-Bahn-Station Nollendorfplatz künftig den Zusatz „Regenbogenkiez“ tragen soll. Auch die Bushaltestellen sollen den Zusatz tragen. Vorbild dafür ist die Station Kochstraße, die den Zusatz „Checkpoint Charlie“ trägt.

CDU ist „stolz auf die queere Tradition“ des Viertels

Die Initiative dafür kommt von der Bezirksgruppe der Lesben und Schwulen in der Union (LSU). Der queerpolitische Sprecher der Fraktion, Klaus Hackenschmied, und Bundestagsabgeordneter Jan-Marco Luczak unterstützen die Forderung. Letztendlich entscheidet aber die BVG über den Namenszusatz.

In der Begründung für die Umbenennung heißt es: „Wir sind stolz auf die queere Tradition unseres Bezirkes und die weltweite Bekanntheit des Regenbogen-Kiezes am Nollendorfplatz, der für Akzeptanz, Anerkennung, Toleranz, Weltoffenheit und gelebte Normalität in einer Stadt der Vielfalt steht.“

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Touristischer Magnet und historisches Zentrum

Mit dieser Umbenennung würde man die Verbindung des Stadtteils zur queeren Geschichte angemessen würdigen und auch „der Tatsache gerecht werden, dass der Kiez in der Gegenwart einer der größten touristischen Magnete für queere Menschen weltweit ist“, erklärt Kreisvorsitzender André Laurman-Urbanski.

Wenn es nach der CDU geht, solle das auch „tagtäglich sichtbar und lesbar“ sein, so wie das bereits in der Nacht durch die Regenbogen-Beleuchtung der Kuppel der U-Bahn-Station der Fall sei. In einer Zeit, in der „Hassgewalt gegenüber LSBTIQ-Menschen“ wieder zunehme, könnte so ein Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz gesetzt werden.

Schon in den 1920er Jahren war Schöneberg eines der ersten bekannten Viertel der Welt für queere Menschen, mit bekannten Treffpunkten wie dem Eldorado. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde dem ein jähes Ende gesetzt und es begann eine grausame Verfolgung. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Kiez trotz der weiterhin bestehenden Diskriminierung queerer Menschen ein Zentrum der Community.