Wie die Tageszeitung Heute berichtet, soll sich am 28. Mai in der U-Bahn-Station des Wiener Westbahnhofs ein offensichtlich schwulenfeindlicher Angriff ereignet haben. Betroffen ist ein 22-Jähriger, der von einem Unbekannten in den Bauch getreten wurde.
Zunächst beschimpfte der Unbekannte den 22-Jährigen, dann trat er ihm in den Bauch
Der Vorfall soll zunächst harmlos begonnen haben: Zunächst soll der 22-Jährige beim Aussteigen aus der U-Bahn die Schuhe des etwa 40 Jahre alten und „arabisch aussehenden“ Mannes touchiert haben. Daraufhin soll ihn dieser verfolgt und beschimpft haben.
„Immer wieder nannte er mich schwuler Bastard“, erinnert sich der junge Mann – offenbar traf der Angreifer diese Einschätzung wegen der Ohrringe des Burschen.
Keiner der Passant:innen rief die Polizei
Doch bei Worten blieb es offenbar nicht: Plötzlich soll der Unbekannte den 22-Jährigen in den Unterleib getreten haben. Der Bursch soll dabei zu Boden gegangen sein. Der mutmaßliche Angreifer konnte den Westbahnhof unbehelligt verlassen.
Der 22-Jährige zog sich eine schmerzhafte Prellung am Steißbein zu. „Niemand der vielen Augenzeugen rief die Polizei, ich war völlig unter Schock“, ist der 22-Jährige entsetzt.
Auch von der Reaktion der Polizei ist der 22-Jährige enttäuscht
Erst Stunden später meldete er den Angriff auf Anraten seines Freundes bei der Polizei. Dort gab es die nächste Enttäuschung. „Das ist normal beim Westbahnhof“, soll ein junger Polizist dem Opfer gesagt haben.
Er soll ihn auch mehrmals gefragt haben, ob er wirklich Anzeige erstatten wolle. „Der Polizist wirkte genervt und ärgerte sich mehrmals über die angefallene Schreibarbeit“, erinnert sich der 22-Jährige gegenüber Heute.
Die Wiener Linien konnten kein Material von dem Vorfall finden
Die nächste Enttäuschung kam, als bei den Wiener Linien Material von dem Vorfall angefordert wurde. Trotz der unzähligen Überwachungskameras in der Station konnte der Vorfall auf keiner einzigen entdeckt werden.
„Ich hatte eine Woche starke Schmerzen und bin erschüttert, wie das alles gelaufen ist“, fasst der 22-Jährige seine Erfahrungen zusammen. Die Chancen, den schwulenfeindlichen Angreifer doch noch zu finden, sind nun gleich null. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung,

