Pubertätsblocker für trans Kinder bleiben in Großbritannien auch unter der neuen Labour-Regierung verboten. Der neue Gesundheitsminister Wes Streeting hat erklärt, dass er das von der Vorgängerregierung verhängte Verbot beibehalten wolle.
Auch der neue Gesundheitsminister hält am Cass Review fest
Auf der Kurznachrichten-Plattform X erklärte Streeting, dass der Cass Review, eine offizielle Untersuchung der Vorgängerregierung, zu dem Ergebnis kam, dass es keine Beweise dafür gebe, dass Pubertätsblocker sicher und wirksam für die Anwendung bei geschlechtsunsicheren Jugendlichen sei.
„Wir wissen noch nicht, welche Risiken das Absetzen von Pubertätshormonen in dieser kritischen Lebensphase birgt. Das ist die Grundlage, auf der ich meine Entscheidungen treffe. Ich gehe in diesem Bereich sehr vorsichtig vor, denn die Sicherheit der Kinder muss an erster Stelle stehen“, schrieb Streeting.
Trans-Aktivist:innen geben den Kampf nicht auf
Trans-Aktivist:innen kritisierten allerdings, dass der Cass Review irreführend und einseitig sei. Sie haben gegen das Verbot von Pubertätsblockern geklagt. Diese Woche haben die Anwälte der trans Aktivist:innen dem Gericht mitgeteilt, dass das Verbot nur auf den persönlichen Ansichten des früheren Ministers über Trans-Menschen beruhe anstelle auf medizinischem Fachwissen.
„Die Beweise zeigen, dass der Anstoß und die einzige offengelegte Begründung für die Anordnung die persönliche Meinung von [der ehemaligen Gesundheitsministerin Victoria Atkins] war, dass der Cass-Bericht sofortiges Handeln erfordere“, so der britische Menschenrechtsanwalt Jason Coppel.
Persönliche Meinung der Vorgängerin als einziger Grund für das Verbot?
„Die Beamten wurden dann damit beauftragt, Argumente für ein Verbot auszuarbeiten, die dieser persönlichen Ansicht entsprachen. Es wurde kein klinischer oder sonstiger wissenschaftlicher Rat eingeholt, ob die gesetzlichen Kriterien erfüllt sind oder erfüllt werden können. Dies war eine völlig unzureichende Grundlage für die Inanspruchnahme des Notstandsverfahrens.
Während Streeting früher für die Rechte von trans Frauen eingetreten ist, hat er diese Unterstützung in der letzten Zeit deutlich zurückgenommen und auch erklärt, dass er nicht mehr zu der Überzeugung stehe, dass „Transfrauen Frauen sind“.

