Die Olympischen Spiele sind nicht nur ein Ort des sportlichen Wettkampfs – sondern auch des zwischenmenschlichen Kennenlernens. Das kann durchaus auch körperlicher ablaufen: Dafür stellt das Organisationskomitee hochgerechnet zwei Kondome pro Tag und Teilnehmer:in zur Verfügung.
Die Geo-Lokalisierung von Grindr ist rund ums Dorf gesperrt
Doch wenn schwule oder bisexuelle Athleten jamenden zur gemeinsamen Verwendung der Kondome suchen, müssen sie wohl auf das beliebteste Hilfsmittel verzichten: Denn die Dating-App Grindr ist im Olympischen Dorf blockiert – anders als Hetero-Apps wie Tinder, Hinge und Bumble.
Das hat einige schwule und bisexuelle Olympia-Sportler auf den Plan gerufen: Sie kritisierten die Sperre auf der Plattform X. Allerdings soll diese Maßnahme dem Schutz der Athleten dienen.
Bei den Spielen in Rio wurden Sportler über ihr Grindr-Profil zwangsgenutet
Denn während der Olympischen Spiele 2016 in Rio hatte ein Journalist des Online-Mediums The Daily Beast mit diesen Informationen mehrere Athleten gegen ihren Willen geoutet. Darunter waren auch Sportler aus Ländern, in denen Homosexualität verboten oder tabu ist.
Um zu verhindern, dass sich der Vorfall wiederholt, wird deshalb seit den Winterspielen in Peking 2022 im Olympischen Dorf die Geolokalisierung von Grindr deaktiviert. „Wir wollen, dass Grindr ein Ort ist, an dem sich alle queeren Athleten, egal woher sie kommen, sicher fühlen, wenn sie sich im olympischen Dorf aufhalten“, erklärt dazu Jack Harrison-Quintan, Leiter der Gleichstellungsabteilung bei Grindr.
Durch die Maßnahme soll die Privatsphäre und Sicherheit der schwulen und bisexuellen Athleten gesichert werden.Allerdings ist dieser Schutz. nicht konsequent umgesetzt. Denn andere Dating-Apps für schwule und bisexuelle Männer sollen nach wie vor im Olympischen Dorf funktionieren – und auch genutzt werden…

