Für viele Fans war es ein Schock, dass die österreichische Seglerin Lara Vadlau gleich nach dem Gewinn ihres Olympia-Golds in Marseille bestätigt hat, nach viereinhalb Jahren Beziehung nicht mehr mit ihrer Partnerin, der deutschen Nationalspielerin Lea Schüller, zusammen zu sein.
„Sie hat mich toll unterstützt“ – doch dann wurde es für die beiden Profis schwierig
Nun hat sie in der Ö3-Sendung „Frühstück bei mir“ über diese Trennung gesprochen: „Lea und ich haben uns 2019 kennengelernt. Ich habe bei ihr in München gewohnt und sie hat mein Studienleben miterlebt. Als ich gesagt habe, ich möchte wieder segeln, hat sie mich toll unterstützt“, erklärte die 30-jährige Kärntnerin auf Ö3. Sie hatte ihre Segelkarriere unterbrochen, um Medizin zu studieren.
Doch dann wurde es für die beiden Profi-Sportlerinnen schwierig: „Wir haben uns zwei oder drei Tage im Monat gesehen und oft, wenn ich nach Hause gekommen bin, war sie unterwegs“, schildert sie ihren Beziehungalltag.
Schüller konnte mit den Trennungsphasen nicht mehr leben
Das war für Lea Schüller zu viel: „Irgendwann ist der Moment gekommen, da hat sie gesagt, sie kann nicht mehr, weil sie leidet so sehr darunter, dass wir uns nie sehen – und immer wenn ich die Koffer wieder packe, ist es für sie wie eine Trennung“, erinnert sich Vadlau.
Trotzdem wollte die Fußballerin ihre Partnerin unterstützen und ihr beim Erreichen ihres Zieles unterstützen. „Sie hat gesagt, es ist besser, wenn wir uns nicht im Weg stehen, wenn wir beide uns auf unseren Sport konzentrieren und unsere Kräfte bündeln. Deshalb ist es zur Entscheidung gekommen, dass wir erst mal getrennte Wege gehen“, so Vadlau im Ö3-Gespräch.
Das Paar hat die Trennung über Monate geheim gehalten
Das Paar habe sich bereits im November 2023 getrennt, diese Trennung aber geheim gehalten, „weil es uns wichtig war, dass wir den sportlichen Fokus vertreten und nicht über unser Privatleben geschrieben wird“, verrät die Seglerin.
Nun hat Vadlau in der 470er-Mixed-Klasse gemeinsam mit ihrem Segelpartner Lukas Mähr Gold gewonnen, Lea Schüller ist mit dem deutschen Frauen-Nationalteam auf dem dritten Platz gelandet. Hat ihre Beziehung nun, wo alles etwas ruhiger ist, eine zweite Chance? Vadlau winkt ab.
„Irgendwann lebt man sich auseinander, wenn die Zeit so knapp wird und man nicht mehr den gemeinsamen Weg geht. Das ist unfassbar schade, weil wir sicherlich in den Augen vieler das Traumpaar schlechthin waren. Wir waren auch beide stolz darauf“, sagt sie: „Im Moment haben wir uns in verschiedene Richtungen entwickelt. Jetzt ist es einmal komplett erledigt, aber du kannst die Zukunft nicht vorhersehen. Wir sind jetzt gut befreundet und wünschen dem anderen alles erdenklich Gute.“
„Ich habe genauso Spaß mit Männern“: Bei Lara Vadlau geht’s um den Menschen
Sich selbst bezeichnet Lara Vadlau übrigens nicht als homosexuell: „Ich habe genauso Spaß mit Männern. Bei mir geht es um den Menschen“, sagt sie im Ö3-Gespräch: „Wenn mich ein Mensch besonders beeindruckt und fasziniert, möchte ich mehr Zeit mit diesem Menschen verbringen.“ Und wie sie zuvor verraten hat, ist sie auch wieder offen für Neues.
Ein Coming-out war für sie nie ein Thema, „weil mir schon früh beigebracht wurde: ‚Zieh dein Leben durch, es ist komplett egal, was die anderen denken. Hauptsache, du kannst dich in den Spiegel schauen.‘ Deshalb bin ich immer mit stolzer Brust durch die Straßen gelaufen, denn es gab nie einen Grund, sich zu verstecken“.

