Schwere Vorwürfe gibt es gegen einen Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens, das im Auftrag der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) für die Sicherheit der Passagiere sorgen soll: Wie der Tagesspiegel berichtet, soll er Teil eines rechtsextremen Netzwerks sein.
Der Mitarbeiter einer Subfirma soll bei den Protesten gegen den CSD Leipzig dabei gewesen sein
Konkret soll der Mann Mitglied der Gruppe „Deutschen Störtrupp“ (DST) sein. Am 17. August soll er mit dem Bus nach Leipzig gereist sein, um dort gegen den Christopher Street Day (CSD) zu demonstrieren.
Einen Tag zuvor hat er ein einer rechtsextremen Chatgruppe ein Foto mit Messern, Pfefferspray und einem Teleskop-Schlagstock gepostet. Diese hat er als „vorläufige Ausrüstung, für die Schlacht“ bezeichnet – und damit wohl die rechtsextremen Proteste gegen den CSD gemeint haben.
Nur wegen Bedenken von Kameraden soll er keine Waffen mit nach Leipzig genommen haben
In einem weiteren Video soll der mutmaßliche Rechtsextremist ein Beil als „meine Kampfaxt“ bezeichnet haben. „Ich werde, wenn es sein muss, wie ein Tiger kämpfen“, zitiert der Tagesspiegel aus einer Sprachnachricht in der Chatgruppe.
Letztendlich sollen aber Bedenken von anderen Mitgliedern der Chatgruppe dafür gesorgt haben, dass der Mann die Waffen nicht nach Leipzig mitgenommen hat – auch aus Angst vor einer möglichen Polizeikontrolle.
Dem Tagesspiegel soll auch ein Foto vorliegen, auf dem Mann gemeinsam mit acht anderen „Kameraden“ des DST vor der Leipziger Hauptbahnhof für ein Gruppenbild posiert. Dabei hält er eine Bierflasche in der Hand, in der Mitte ist die Fahne der Neonazi-Organisation zu sehen.
Die Sicherheitsfirma beruft sich auf den Datenschutz
Die Sicherheitsfirma, die den Mann beschäftigt, teilte dem Tagesspiegel auf Nachfrage mit, dass man sich „achdrücklich gegen jegliche Form von Ausgrenzung, Rassismus, Homophobie, Sexismus, Antiislamismus und Antisemitismus“ einsetze.
Sollte dem Unternehmen ein Verhalten bekannt werden, das gegen diese Werte verstoße, würde dies „umgehend“ thematisiert und geahndet. Konkret zu einzelnen Mitarbeitern möchte man sich aus „datenschutzrechtlichen Gründen“ nicht äußern.
Die BVG sprechen Klartext: „Kein Einsatz mehr“
Deutlicher äußert sich hier die BVG, der Auftraggeber der Sicherheitsfirma. Man sei ein weltoffenes und vielfältiges Unternehmen und stehe „mit vollem Einsatz für Toleranz und eine offene Gesellschaft“.
Die Sicherheitsfirma als Subunternehmer habe der BVG bereits zugesichert, dass die betreffende Person bis „zur lückenlosen und rechtlichen Aufklärung der Situation“ nicht mehr bei dem Verkehrsunternehmen eingesetzt werde, heißt es gegenüber dem Tagesspiegel.

