HomeNewsChronik15-Jähriger soll Attentat auf CSD geplant und Ternitzer zu Swift-Anschlag angestiftet haben

15-Jähriger soll Attentat auf CSD geplant und Ternitzer zu Swift-Anschlag angestiftet haben

Nach den mutmaßlichen Anschlagsplänen auf das Taylor-Swift-Konzert in Wien wurde nun in Brandenburg ein 15-Jähriger in Gewahrsam genommen. Er soll mit dem mutmaßlichen Attentäter in Kontakt gestanden haben - und könnte auch einen Anschlag auf den CSD in Frankfurt (Oder) geplant haben.

Hinweis
Dieser Beitrag ist älter als 1 Jahr.

Anfang August sollte Weltstar Taylor Swift in Wien drei Konzerte im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion spielen. Doch daraus wurde nichts: Nach Hinweisen aus den USA verhaftete die Polizei im niederösterreichischen Ternitz einen 19-Jährigen, der einen Anschlag auf eines der Konzerte geplant haben soll.

Ein 15-Jähriger wurde nun in Brandenburg verhaftet

Die Konzerte wurden daraufhin abgesagt. Der Tatverdächtige bestreitet alle Vorwürfe, für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt versucht zu beweisen, dass er die ihm vorgeworfene Tat gar nicht ausführen hätte können.

Nun hat die Brandenburger Polizei in Frankfurt (Oder) einen 15-Jährigen festgenommen und die Wohnung, in der er mit seinen Eltern und drei Geschwistern lebt, durchsucht und unter anderem Datenträger des Jugendlichen sichergestellt.

Der Bursch war mit dem Terrorverdächtigen von Wien in engem Kontakt

„Das Verfahren wird gegen einen Beschuldigten wegen des Verdachts des Werbens für eine terroristische Vereinigung im Ausland geführt“, erklärt dazu Ines Peterson, Sprecherin der zuständigen Generalbundesanwaltschaft, Der junge Syrer soll über einen Messenger-Dienst mit dem Terrorverdächtigen in Kontakt gestanden sein.

Kennengelernt hätten sich der 19-Jährige Österreicher und der 15-Jährige aus Brandenburg offenbar auf „einem einschlägigen radikal-islamistischen Forum“, wie Michael Götschenberg, Terrorismusexperte der ARD, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) erklärt.

Hat der 15-Jährige den Ternitzer angestiftet?

Mehr noch: „Tatsächlich ist der 15-Jährige offenbar sogar derjenige gewesen, der den 19-Jährigen in Österreich in diese Radikalisierung angetrieben hat, der ihn ermutigt hat, Anschläge zu verüben“, so Götschenberg. Ob sie konkret über die Anschlagspläne gesprochen haben, ist noch nicht klar.

Und das ist nicht alles: Die Polizei in Brandenburg hat außerdem den Verdacht, dass der 15 Jahre alte Syrer in Anschlagspläne gegen „eine Veranstaltung mit Homosexuellen“ verwickelt sein könnte. Dabei soll es sich um den CSD handeln, der am 14. September in Frankfurt (Oder) und der polnischen Nachbarstadt Slubice stattfindet.

Der 15-Jährige könnte auch einen Anschlag auf den Frankfurter CSD geplant haben

Deshalb könnte sich die Polizei entschlossen haben, den 15-Jährigen „erstmal aus dem Verkehr zu ziehen“, wie Götschenberg vermutet. Er befindet sich derzeit in Polizeigewahrsam. Das ist nach brandenburgischem Polizeigesetz für zwei Wochen möglich.

Die Organisator:innen des CSD sind geschockt. In einer ersten Stellungnahme erklären sie gegenüber dem rbb, dass sie die Sicherheitsstandards für die Veranstaltung überprüfen wollen. Die Polizei wird ihre Präsenz bei der Veranstaltung aufstocken.

Von den deutschen Sicherheitsbehörden kommt in diesem Zusammenhang Kritik an der Kurzvideo-Plattform TikTok. Diese würde einschlägiges Propaganda-Material nicht konsequent entfernen. Der Verfassungsschutz nennt die Plattform in diesem Zusammenhang einen „Brandbeschleuniger“ von Radikalisierungsprozessen.

Mehr News