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Trans Mann gewürgt und getreten: Nur Geldstrafe für 27-Jährigen

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Vor dem Amtsgericht Leutkirch im Allgäu ist am Dienstag ein 27 Jahre alter Mann in erster Instanz zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte im August vergangenen Jahres in Bad Wurzach in Baden-Württemberg einen trans Mann angegriffen.

Beleidigt, gewürgt, geschlagen, getreten und den Hitlergruß gezeigt

Den Angaben des Opfers zufolge hatte ihn der Angeklagte vor einem Lokal transfeindlich beschimpft und dabei auch den verbotenen Hitlergruß gezeigt. Danach habe der 27-Jährige den trans Mann gewürgt, zu Boden geschlagen und getreten.

Erst, als ein Passant dem Opfer zu Hilfe kam, ließ der Angreifer von ihm ab. Er konnte mit Hilfe eines Handyfotos identifiziert werden. Der trans Mann erlitt bei dem Angriff vor allem Prellungen. Vor Gericht leugnete der Angeklagte, ein Rassist zu sein.

9.100 Euro Geldstrafe – die Staatsanwaltschaft forderte eine bedingte Haftstrafe

Der 27-Jährige wurde wegen Zeigens eines verfassungsfeindlichen Symbols und vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 130 Tagessätzen von je 70 Euro verurteilt worden, also 9.100 Euro. Das ist deutlich unter den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Opferanwältin, die zum Teil bedingte Haftstrafen gefordert hatten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der trans Mann, der bei dem Angriff auf verletzt wurde, war beim Prozess nicht anwesend. Er wurde als Nebenkläger von seiner Anwältin vertreten. Für ihn hatte der Angriff schwerwiegende Konsequenzen. Der Beratungsstelle „Leuchtlinie“ zufolge zog der Mann nach dem Angriff aus Bad Wurzach weg.

Angriffe auf trans Menschen sind auch in Baden-Württemberg keine Seltenheit

Denn Attacken wie jene in Bad Wurzach seien auch in Baden-Württemberg keine Seltenheit, erklärte Julian Staiger von der Beratungsstelle „Leuchtlinie“ dem Südwestrundfunk  (SWR).

„Wir bekommen die Heftigkeit von transfeindlichen Angriffen regelmäßig mit. Oft kommen mehrere menschenverachtende Ideologien zusammen, zum Beispiel auch mit Rassismus“, so Staiger: Immer wieder würden sich Betroffene nach dem Angriff nicht ernst genommen fühlen.

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