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Thailand: König unterschreibt Gesetz zur Öffnung der Ehe

Der thailändische König Rama X. hat das Gesetz unterzeichnet, das die Ehe für schwule und lesbische Paare öffnet. Das Land festigt so seine Position als LGBTI-Leuchtturm in einer Region, in der sexuelle Minderheiten oft verfolgt werden.

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In Thailand hat König Rama X. jenes Gesetz unterzeichnet, das die Ehe für schwule und lesbische Paare öffnet. Es kann damit wie geplant zum 22. Jänner 2025 in Kraft treten.

Das erste Land in Südostasien, das die Ehe öffnet

Der Gesetzentwurf hatte bereits im Juni den Senat passiert, brauchte aber noch die Zustimmung des Königs. Diese wurde am Dienstag veröffentlicht. Damit ist Thailand das erste Land in Südostasien, das gleichgeschlechtliche Partnerschaften anerkennt.

Aktivist:innen bezeichnen den Schritt als historisch – er markiert den Höhepunkt jahrelanger Forderungen für die Öffnung der Ehe. Premierminister Paetongtarn Shinawatra postete auf der Nachrichtenplattform X (früher Twitter): „Herzlichen Glückwunsch zu jedermanns Liebe. #LoveWins.“

Geschlechtsneutrale Begriffe statt „Ehemann“ und „Ehefrau“

Mit Inkrafttreten des Gesetzes wird eine Ehe im thailändischen Zivilrecht geschlechtsneutral als Verbindung zweier Personen ab 18 Jahren definiert. Schwule und lesbische Paare werden auch bei Adoptionen gleichgestellt, ebenso wie im Steuerrecht, Erbrecht und bei medizinischen Notfall-Entscheidungen für den Partner oder die Partnerin.

„Heute können wir nicht nur unsere Namen in die Heiratsurkunde schreiben, sondern wir schreiben auch eine Seite in der Geschichte, die uns sagt, dass die Liebe nie eine Bedingung für das war, als was wir geboren wurden“, sagte Ann Chumaporn, eine langjährige LGBTI-Aktivistin und Mitbegründerin der Bangkok Pride, der BBC . Sie plant, am 22. Jänner eine Massenhochzeit für mehr als 1.000 gleichgeschlechtliche Paare zu organisieren.

Die Lage für sexuelle Minderheiten in Asien ist sehr durchwachsen

Thailand gilt seit langem als relativ sicherer Zufluchtsort für die LGBTI-Community in einer Region, die bei Rechten für sexuelle Minderheiten nicht gerade als Vorreiter gilt. Sonst haben in Asien bis jetzt nur Taiwan und Nepal die Ehe geöffnet. In Indien hat der Oberste Gerichtshof im Oktober letzten Jahres die Entscheidung dem Gesetzgeber überlassen, doch der nationalkonservative Premierminister Narendra Modi gilt als Gegner der Ehe-Öffnung.

Dafür gibt es noch einige Staaten in Asien, in denen gleichgeschlechtlicher Sex illegal ist – etwa Indonesien, das jede Art von außerehelichem Sex 2022 unter Strafe gestellt hat. Hier gibt es auch immer wieder Polizeiaktionen gegen Lesben und Schwule. Brunei hat 2019 ein Gesetz verabschiedet, wonach schwuler Sex mit einer tödlichen Steinigung bestraft werden soll. Nach heftigen internationalen Protesten erklärte das Land, die Todesstrafe aussetzen zu wollen.

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