In „Aber schwul bin ich immer noch“ schildert Dimitri Grünig eindringlich den inneren Kampf eines jungen Mannes, der in einem religiös-konservativen Umfeld aufwächst und jahrelang versucht, seine Homosexualität zu unterdrücken.
Das Buch basiert auf wahren Erlebnissen
Grünigs Erzählung basiert auf wahren Erlebnissen und Interviews mit Menschen, die ähnliche „Konversionstherapien“ durchlaufen haben. Das macht das Buch zu einer wichtigen Stimme gegen diese schädlichen Praktiken.
Der Protagonist, der im ländlichen Berner Oberland aufwächst, merkt schon als Kind, dass er „anders“ ist. Doch in einem freikirchlich geprägten Umfeld, das Homosexualität als Sünde und Krankheit betrachtet, ist es für ihn ein langer und schmerzhafter Prozess, zu seiner Identität zu stehen.
Homosexualität lässt sich nicht ändern
In der Hoffnung, durch den Glauben „geheilt“ zu werden, unterzieht er sich über mehrere Jahre einer Art „Konversionstherapie“ – ein Prozess, der ihn emotional und psychisch stark belastet. Schließlich erkennt er, dass sich seine Homosexualität nicht ändern lässt und steht vor der Entscheidung, entweder seine Sexualität zu unterdrücken oder seinen Glauben zu opfern.
Die erzählerische Kraft des Buches liegt in der schonungslosen Offenheit und der sensiblen Verknüpfung von Glaube und Identität. Grünigs persönliche, teils skizzenhafte Illustrationen begleiten die Geschichte und verstärken das Gefühl der Isolation und inneren Zerrissenheit des Protagonisten. Diese künstlerischen Elemente verleihen dem Text eine emotionale Tiefe, die das Buch zu einem eindrucksvollen Leseerlebnis macht.
Wie sind Glaube und Homosexualität miteinander vereinbar?
Ein weiterer zentraler Punkt des Buches ist die Auseinandersetzung mit der Frage, ob und wie Glaube und Homosexualität miteinander vereinbar sind. Grünig zeigt eindrücklich, dass es nicht darum geht, sich für das eine oder das andere zu entscheiden, sondern beides miteinander in Einklang zu bringen und einen individuellen Weg zu finden.
Dimitri Grünig liefert mit „Aber schwul bin ich immer noch“ ein bewegendes und nachdenklich stimmendes Werk, das die schmerzlichen Erfahrungen vieler queerer Menschen in religiösen Gemeinschaften widerspiegelt.
Die Mischung aus autobiografischen Elementen und künstlerischen Illustrationen macht das Buch zu einer eindrücklichen Auseinandersetzung mit dem Thema „Homosexualität“ und der Suche nach Selbstakzeptanz.


