Es ist gut ein Jahr her: Wenige Tage, nachdem die palästinensische Terrororganisation in Israel eingefallen war, rund 1.200 Menschen getötet und etwa 250 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt hatte, hing eine palästinensische Flagge aus einem Fenster der Türkis Rosa Lila Villa an der Linken Wienzeile.
Nach dem Morden der Hamas in Israel sorgte die Palästinenserflagge auch in der Community für Ärger
Es habe sich um die Aktion eines Bewohners des Wohnvereins der Villa gehandelt, das auch queere Flüchtlinge aus dem arabischen Raum beheimatet, hieß es nach harscher Kritik aus der Szene – etwa auch von der HOSI Wien. Nun hat die Aktion noch eine weitere Folge.
Wie die Regionalzeitung MeinBezirk berichtet, verlässt TransX, ein Verein zur Unterstützung von trans Personen, nach vielen Jahren die Villa. Der Verein hat dort unter anderem die Treffen seiner Selbsthilfegruppe und Clubabende durchgeführt. Auf seiner Website erklärt der Verein, dass der Grund dafür ein Konflikt mit dem Wohnverein der Villa sei.
„Rassistische Position“: Kritik am Hissen der Palästinenserflagge war in der Villa offenbar unerwünscht
Dieser dürfte begonnen haben, nachdem TransX das Hissen der Palästinenser-Flagge kritisiert hatte. Der Verein sah dies als politische Positionierung, die die LGBTI-Community spalten könne. Laut TransX kritisierte der Wohnverein diese Positionierung als „privilegierte, imperialistische, zionistische, ja sogar als rassistische Position“.
Danach eskalierte die Situation weiter: TransX sei der Rauswurf aus der Villa angedroht werden, Treffen des Vereins seien gestört worden und der Clubraum wurde in einen Dancefloor „mit ausschließlich flackernder Beleuchtung ohne jede Sitzgelegenheit“ umgestaltet worden.
Der neu eingesetzte Vorstand des Wohnvereins hätte außerdem Termine der TransX-Selbsthilfegruppe abgesagt und soll angekündigt haben, ab November keine Termine von TransX mehr in der Villa zu gestatten.
In der Villa sieht man den Streit etwas anders
Bei der Villa selbst sieht man das etwas anders. Berry Maletzky, Obperson der Türkis Rosa Lila Villa, erklärte gegenüber MeinBezirk, dass es gegen die Leitung von TransX Vorwürfe wegen Rassismus und Albleismus gegeben hätte.
Daraufhin habe der Türkis Rosa Lila Tipp, der das gesamte Haus verwaltet, einen Antirassismus-Workshop organisiert. Die verantwortlichen Personen von TransX wollten an diesem Workshop aber nicht teilnehmen und hätten entschieden, die Villa zu verlassen. Eine ausführliche Stellungnahme werde noch folgen.
Nun sucht TransX dringend neue Räume für seine regelmäßigen Clubtreffen und die Treffen der Selbsthilfegruppe. Der Verein TransX setzt sich für die „Öffnung der Geschlechtergrenzen“ ein und fordert das Recht auf freie Wahl des Geschlechts sowie auf den uneingeschränkten Ausdruck geschlechtlicher Empfindungen.

