Papst Franziskus hat nach seinem Angelusgebet angekündigt, am 8. Dezember zu Mariä Empfängnis, 21 neue Kardinäle ernennen zu wollen. Damit wird das Kardinalskollegium auf 256 Männer vergrößert, von ihnen sind 141 bei der Wahl des nächsten Papstes wahlberechtigt.
Ein Drittel der neuen Kardinäle hat sich positiv über sexuelle Minderheiten geäußert
Die Kardinäle kommen aus allen Teilen der Welt. Ihre Herkunft „drückt die Universalität der Kirche aus, die weiterhin allen Menschen auf der Erde Gottes barmherzige Liebe verkündet. Ihre Aufnahme in die Diözese Rom zeigt auch die untrennbare Verbindung zwischen dem Stuhl Petri und den über die ganze Welt verteilten Teilkirchen“, so Papst Franziskus.
Und: Zumindest sieben von ihnen haben sich in der Vergangenheit für die Belange sexueller Minderheiten eingesetzt. Der Bekannteste von ihnen dürfte der Dominikanerpater Timothy Radcliffe sein. Er ist einer der ersten katholischen Geistlichen, der sich der Seelsorge von schwulen Männern widmete, die an Aids erkrankt waren. Und auch sonst hat er von der Kirche immer wieder Unterstützung für sexuelle Minderheiten gefordert.
„Zuallererst sind sie Menschen“
Der ecuadorianische Erzbischof Luis Gerardo Cabrera Herrera hatte im Jahr 2023 nach der Veröffentlichung der Erklärung „Fiduca Supplicans“ zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare von der Kirche gefordert, sexuelle Minderheiten willkommen zu heißen. „Und der Grund dafür ist einfach: Zuallererst sind sie Menschen, sie sind Menschen mit allen Rechten, und aus dem Glauben wissen wir, dass sie Kinder Gottes sind“, so der Geistliche.
Ähnlich äußerte sich auch der philippinische Erzbischof Pablo Virgilio David – er bezeichnete auch im Jahr 2019 im Namen der Bischofskonferenz einen Gesetzesentwurf zum Schutz sexueller Minderheiten als „christliche Pflicht“. Letztendlich scheiterte das Gesetz im Parlament.
Das Kardinalskollegium wird progressiver
Auch neu im Kardinalskollegium ist der Turiner Erzbischof Roberto Repole, der 2022 die Firmung eines trans Mannes genehmigte. Zu den weiteren neuen Kardinälen, die sich in der Vergangenheit queerfreundlich geäußert haben, gehören der brasilianische Erzbischof Jaime Spengler, der algerische Erzbischof Jean-Paul Vesco oder der Erzbischof von Tokio, Tarcisio Isao Kikuchi.
Keine expliziten LGBTI-freundlichen Äußerungen aber ein sehr progressives Image haben außerdem der Erzbischof der peruanischen Hauptstadt Lima, Carlos Gustavo Castillo Mattasoglio, und sein chilenischer Amtskollege Fernando Natalio Chomali Garib.
Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: So ernennt der Papst auch zwei Erzbischöfe zu Kardinälen, die sich in der Vergangenheit negativ über die Rechte sexueller Minderheiten geäußert haben. Es sind dies Francis Leo, der Erzbischof von Toronto, und Erzbischof Ignace Bessi Dogbo von der Elfenbeinküste. Dieser hatte erst 2023 gemeint, LGBTI-Menschen sollten nicht in die Kirche miteinbezogen werden, sondern geheilt.

